FAB-DIS ist ein Datenstandard, der häufig von französischen Großhändlern und Akteuren der Baubranche angefordert wird. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen zu diesem Standard ganz einfach und verständlich.

FAB-DIS ist der führende französische Datenstandard für den Austausch von Produktinformationen zwischen Herstellern und dem Handel im Bau- und Industriesektor. Technisch wird der Standard als strukturierte Excel-Datei (.XLSX) ausgegeben, die aus verschiedenen obligatorischen und optionalen Tabellenblättern (Blöcken) besteht. Seine Hauptfunktion ist der einheitliche Datenaustausch, bei dem kaufmännische Daten, Logistikinfos und Medien sowie Klassifikationen wie ETIM präzise übermittelt werden. Für euch ist die Relevanz besonders hoch, wenn ihr auf dem französischen Markt expandiert, wobei eine zentrale Datenpflege in einem PIM-System und die Nutzung von Data-Syndication-Software die manuelle, fehleranfällige Aufbereitung der komplexen Spaltenstrukturen ersetzen sollte.
FAB-DIS ist der in Frankreich führende Datenstandard für Produktdaten
zwischen Herstellern (franz.: fabricants; kurz: FAB) von Bauprodukten und Großhändlern/Händlern (franz.: distributeurs; kurz: DIS).
Das französische Unternehmen FAB-DIS SAS führte den Standard 2014 ein und hat ihn seitdem weiterentwickelt. Bei FAB-DIS handelt es sich primär um einen nationalen Standard in Frankreich. Er wurde speziell für Anforderungen der französischen Baubranche und Gebäudetechnik konzipiert. Allerdings verwenden auch internationale Hersteller und Händler den Standard, wenn sie zum Beispiel auf den französischen Markt expandieren möchten.
Seit FAB-DIS 3.0 ist der Datenstandard sowie der Zugang zu seiner Dokumentation kostenpflichtig.
Hinweis: Alle Informationen basieren auf dem Stand von Dezember 2025.
FAB-DIS 3.0 wird als eine Excel-Datei (.XLSX) ausgegeben.
Die Excel-Datei enthält alle Blöcke jeweils als einzelne Tabellenblätter. Jeder dieser Blöcke gibt andere Produktinformationen an (z. B. Hersteller, Preise, Medien). Innerhalb der Blöcke muss jeder Wert zwecks Standardisierung in einem bestimmten Format (z.B. numerisch, als Text etc.) angegeben werden.

Eine FAB-DIS 3.0 XLSX-Datei enthält alle Blöcke als einzelne Tabellenblätter.
Wichtig: Die Spalten- und Feldnamen in allen Blöcken sind auf Französisch angegeben. Als Nutzer des Formats könnt ihr die eigentlichen Daten (wie zum Beispiel Produktbeschreibungen) jedoch in mehreren Sprachen (darunter Englisch) hinterlegen.
Um die Standardisierung des Formats zu gewährleisten, gelten zudem strikte Regeln wie unter anderem:
• Als Anwender dürft ihr die Reihenfolge der Blöcke nicht verändern.
• Das Hinzufügen, Entfernen oder Verbergen von Spalten ist nicht erlaubt.
Zusätzlich zu den Blöcken arbeitet der FAB-DIS-Standard auch mit mehreren Wertetabellen. Diese Tabellen geben standardisierte Codes für verschiedene Attribute, Maßeinheiten, Verpackungsarten und Materialien vor.
Ein Beispiel dafür ist die Wertetabelle „Tables Multi-attributs-blocs“ (auf Deutsch etwa „Tabellen für mehrere Attribute in Blöcken“). Sie definiert einheitliche Codes für verschiedene Attribute, die in mehreren Blöcken verwendet werden können. Diese Wertetabelle stellt also sicher, dass für viele Produktinformationen, wie zum Beispiel das Gewicht, dieselben standardisierten Definitionen genutzt werden. Zum Beispiel legt sie fest, dass eine Gewichtsangabe in Kilogramm einheitlich mit „KGM“ angegeben werden muss.
Der Datenstandard verhindert so, dass verschiedene Hersteller oder Händler unterschiedliche Bezeichnungsformen wie „30 KG“, „30 Kilogramm“ oder „30 Kilograms“ verwenden.
Die FAB-DIS Entwickler aktualisieren die Wertetabellen ebenfalls regelmäßig, um neue Attribute und Codes zu integrieren.
Je nach Art des Produkts und der zur Verfügung stehenden Daten sind die Blöcke in FAB-DIS entweder:
Ihr müsst als Anwender bedingte Blöcke (C) dann ausfüllen, wenn die entsprechenden Informationen vorliegen oder erforderlich sind. Falls zum Beispiel Produkte nach ETIM klassifiziert sind, müsst ihr den bedingten Block „C04_ETIM“ entsprechend ausfüllen.
Wichtig: Je nach Kontext müsst ihr als Anwender womöglich auch rein optionale Blöcke ausfüllen.
Hier ein Beispiel:
In FAB-DIS 3.0 sind neben Blöcken auch einzelne Spalten obligatorisch, bedingt oder optional. Das wird jeweils in den entsprechenden offiziellen FAB-DIS-Dokumentationen und Wertetabellen definiert.
Zum Beispiel sind Angaben in der Spalte „STACK“ im Block B02_LOGISTIQUE nur erforderlich, wenn ein Artikel auch stapelbar ist. Ist dies nicht der Fall, bleibt die Zeilen unter der Spalte einfach leer. Anders gesagt: Diese Spalte ist bedingt (conditionnel).
Die Spalte „LIBELLE240“ im Block B01_COMMERCE ist optional (facultatif). Ihr könnt, müsst sie aber nicht für eine ausführlichere Artikelbeschreibung nutzen. Ein Artikel kann theoretisch auch einfach in der Kurzbeschreibungsspalte „LIBELLE40“ (wobei 40 für 40 Zeichen Länge steht) beschrieben werden.
Außerdem können Angaben in Spalten in bedingt obligatorischen (C) oder optionalen Blöcken (F) verpflichtend sein, falls der jeweilige Block genutzt wird. Ein Beispiel dafür ist die Pflicht-Spalte „ETYP“ (Zusatzinformation wie „Garantieverlängerung“) im bedingt obligatorischen Block C01_EXTENSION. Sofern der Block C01_EXTENSION also genutzt wird, muss die Spalte „ETYP“ als Pflichtspalte unbedingt ausgefüllt werden.
Dieser Block ist obligatorisch (O). Er dient dazu, die Basis für die Konsistenz und die Nachvollziehbarkeit der Daten in der gesamten Datei sicherzustellen. Die Angaben in diesem Block helfen also dabei, die Excel-Datei eindeutig zu identifizieren und grundlegende Metainformationen bereitzustellen. Diese Informationen sind für die Verarbeitung und Interpretation der Datei erforderlich.
Zum Beispiel enthält B00_CARTOUCHE grundlegende Identifikationsdaten wie z.B.
Wenn der Hersteller Produkte unter den Marken „ABC“ und „XYZ“ verkauft, dann wird „ABC“ und „XYZ“ hier eingetragen. Diese Marken können später in anderen Blöcken verwendet werden, um Produkte zu kennzeichnen.
Der obligatorische Block B01_COMMERCE (O) ist das zentrale Element in FAB-DIS 3.0. Er definiert Verkaufsinformationen wie Preise, Einheiten und Artikelnummern. Alle Daten zu einem jeweiligen Artikel oder einer Dienstleistung in anderen Blöcken beziehen sich immer auf die Angaben in B01_COMMERCE.
Zu den wichtigsten Informationen gehören unter anderem folgende Aspekte:
Jede Kombination aus MARQUE (Marke) und REFCIALE (Artikelnummer) ist zentral im Block B01_COMMERCE gespeichert.
Wenn ein Artikel in anderen Blöcken wie etwa B02_LOGISTIQUE (Logistik), B03_MEDIA (Medien) oder B04_REGLEMENTAIRE (Regulatorisches) vorkommt, muss dieser Artikel zuerst in B01_COMMERCE definiert sein.
So stellt der FAB-DIS Datenstandard sicher, dass immer alle relevanten Artikelinformationen über die Blöcke hinweg einheitlich und konsistent bleiben.
Wenn ein Artikel in B01_COMMERCE enthalten ist, bedeutet das auch, dass der Hersteller diesen Artikel wirklich aktiv zum Verkauf anbietet.
In diesem ebenfalls obligatorischen Block (O) können FAB DIS 3.0-Nutzer Größenangaben und Gewichte von Produkten sowie die Verpackungs- bzw. Paketeinheiten definieren.
Unter anderem gibt es hier die Angaben zu
Alle Artikel, die in B01_COMMERCE enthalten sind, müssen auch im Block B02_LOGISTIQUE berücksichtigt werden. Voraussetzung dafür ist, dass sie physisch existieren und gelagert oder transportiert werden können. Dienstleistungen oder immaterielle Güter, die keine logistischen Anforderungen haben, werden in diesem Block nicht erfasst.
Im Pflicht-Block B03_MEDIA (O) sind alle Medien- und Dokumentinformationen für ein Produkt enthalten. Dazu gehören
Damit die hier definierten Medien auch eindeutig den dazugehörigen Artikeln zuordbar sind, müssen hier die beiden Spalten „MARQUE“ und „REFCIALE“ aus dem Hauptblock B01_COMMERCE und die jeweiligen Marken- bzw. Artikelnummern angegeben werden.
Zu den weiteren Spalten gehören unter anderem:
Auch dieser Block ist obligatorisch (O). Hier dokumentiert ihr regulatorische Anforderungen wie etwa die Energieeffizienzklasse eines Produkts. Der Block ist also auch deshalb wichtig, da er die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sicherstellt.
Neben der Artikelreferenz (wieder durch die Angaben in den beiden Spalten „MARQUE“ und „REFCIALE“) sind unter anderem auch diese Spalten wichtig:
Dieser Block ist bedingt verpflichtend (C) und bietet die Möglichkeit, weitere kommerzielle und logistische Daten anzugeben, die über die Pflichtangaben hinausgehen – sofern diese vorhanden sind. Abgesehen von den Referenzangaben in den Spalten „MARQUE“ und „REFCIALE“ gibt es hier unter anderem Spalten mit diesen Angaben:
Das bedeutet, dass ihr im Falle einer Nutzung dieses Blockes dann auch Pflicht-Spalten wie „ETYP“ ausfüllen müsst.
Der Block C02_CORRESPONDANCE ist in FAB-DIS 3.0 ebenfalls bedingt obligatorisch (C). Er dient dazu, Beziehungen zwischen verschiedenen Artikeln oder Marken zu dokumentieren. Beispielsweise kann dieser Block Beziehungen zwischen einem Artikel und einem dazugehörigen Ersatzteil-Artikel definieren.
Dazu stehen unter anderem diese Spalten zur Verfügung:
Der Block C03_VARIANTE ist in FAB-DIS 3.0 bedingt obligatorisch (C). Er ermöglicht, Varianten oder unterschiedliche Ausführungen eines Artikels genau zu definieren und zu dokumentieren. Beispiele hierfür sind verschiedene Größen, Farben oder Materialien eines Produkts, die auf einer gemeinsamen Datenbasis (z. B. einer Artikelnummer) beruhen.
Zu diesem Block gehören unter anderem Spalten wie:
Sofern die Artikel nach ETIM klassifiziert sind, ist dieser Block verpflichtend. Anders gesagt: Er ist bedingt obligatorisch (C). ETIM (European Technical Information Model) ist ein standardisiertes Klassifikationssystem für technische Produkte, das eine präzise und einheitliche Kategorisierung ermöglicht.
Essenziell sind hier unter anderem Angaben wie:
In FAB-DIS 3.0 ist der Block C05_ARRET bedingt obligatorisch (C). Er bewirkt, Artikel zu dokumentieren, die aus dem Verkauf genommen oder „gestoppt“ wurden, sowie deren Stoppgründe und alternative Ersatzartikel.
Er enthält deshalb unter anderem diese Spalten:
Der bedingt obligatorische Block C06_SUBSTITUTION (C) dient dazu, Informationen zu Substitutionen oder Ersatzartikeln zu dokumentieren. Wenn ein Artikel durch einen anderen ersetzt wird (z. B. bei Produktverfügbarkeiten oder Modelländerungen), werden die relevanten Daten zu diesem Ersatzartikel also in diesem Block erfasst.
Deshalb gibt es Spalten wie unter anderem:
Artikelreferenz des alten Artikels (Spalten „MQEREFOLD“ (O) (Referenz des alten Artikels – Référence de l’article ancien) und „REFOLD“ (Artikelnummer des alten Artikels – Référence commerciale de l’article ancien) (O)): Diese Spalten identifiziert den alten Artikel, der ersetzt wird. Beispiel: Artikel „12345-AB“ wird durch einen neuen Artikel ersetzt.
Artikelnummer und Marke des Ersatzartikels (Spalten „REFCIALESUB“ (O) (Artikelnummer des Ersatzartikels – Référence commerciale de l’article de substitution) und „MARQUESUB“ (O) (Marke des Ersatzartikels – Marque de l’article de substitution): Beschreibt den Ersatzartikel, der den alten Artikel ersetzt. Beispiel: Artikelnummer „67890-CD“ der Marke „ABC Plus“ wird als Ersatz angeboten.
Der Block F01_PYRAMIDE ist in FAB-DIS 3.0 optional (F). Dieser Teil des Datenstandards definiert eine hierarchische Strukturierung der Produktkategorien und -subkategorien, was eine detaillierte Analyse und Berichterstattung der Verkaufsdaten erleichtert. Diese Kenntnisse können zum Beispiel im Marketing verwendet werden.
Er ermöglicht den Austausch von Verkaufsstatistiken, indem er die MKT-Spalten aus dem B01_COMMERCE-Block verwendet.
Die Hauptspalten in F01_PYRAMIDE sind:
Marketing-Nomenklatur (Spalten „MKT1“, „MKT2“, „MKT3“, „MKT4“, „MKT5“ – Nomenclature marketing): Diese Spalten definieren verschiedene Marketing-Kategorien, wodurch eine Hierarchisierung von Produktebenen abgebildet werden kann. Ein Produkt könnte zum Beispiel auf der ersten Ebene als „Heizkörper“ kategorisiert werden, auf der zweiten Ebene als „Energieeffizienzklasse A“ und auf der dritten Ebene als „Ökologisch“.
Diese Nomenklaturen ermöglichen eine detaillierte Analyse der Produktzuordnung.
Bezeichnung der Marketing-Nomenklatur (Spalten „MKT1L“, „MKT2L“, „MKT3L“, „MKT4L“, „MKT5L“ – Libellé de la nomenclature marketing):
Diese Spalten liefern eine detaillierte Beschreibung der jeweiligen Marketing-Kategorisierung, die in den „MKT“-Spalten definiert wurde.
Beispiel: „MKT1L“ könnte die Bezeichnung „Heizkörper für den Innenbereich“ enthalten, während „MKT2L“ die Details wie „Energieeffizienzklasse A“ erläutert.
Zusätzlich und gesondert zu diesen Produktdaten hat FAB-DIS ein damit korrespondierendes Datenformat namens „Conditions Négociées et Remisées“ (kurz CNR) entwickelt. Auf Deutsch bedeutet das „Verhandelte und rabattierte Bedingungen“.
Dieses weitere optionale Format ermöglicht es, verschiedene Aspekte der Geschäftsbeziehung strukturiert darzustellen. Dazu gehören Aspekte wie zum Beispiel:
Rabatte pro Produktfamilie: Festlegung von einfachen oder gestaffelten Rabatten für bestimmte Produktgruppen. Zum Beispiel gilt ein Rabatt von 10% nur für die Warengruppe „Elektrowerkzeuge“.
Sonderaktionen: Definition von zeitlich begrenzten Promotions mit speziellen Preisen oder Rabatten. Darunter fallen beispielsweise saisonale Sonderangebote (z.B. 20% Rabatt im Dezember).
Diese kommerziellen Rahmenbedingungen werden getrennt bzw. somit zusätzlich zu den allgemeinen Katalogdaten (sprich den „eigentlichen“ FAB-DIS-Daten) angegeben.
Auch hier unterscheidet FAB-DIS zwischen obligatorischen, bedingten und fakultativen Feldern.
Die CNR-Daten werden in mehreren standardisierten Tabellenblättern angegeben:
FAB-DIS 3.0 bietet euch im Vergleich zur Version 2.3 eine höhere Flexibilität und ermöglicht die Angabe zusätzlicher Produktinformationen. Hier sind die wichtigsten Unterschiede:
Struktur und Format: FAB-DIS 3.0 bietet eine flexiblere Datenstruktur, die es ermöglicht, neue Attribute wie „Produkttextur“ im Block C01_EXTENSION hinzuzufügen, ohne die gesamte Struktur zu verändern. In FAB-DIS 2.3 mussten größere strukturelle Änderungen vorgenommen werden, um neue Attribute wie „Materialstärke“ hinzuzufügen, was die Anpassung erschwerte und zu Problemen bei der Datenintegrität führen konnte.
Erweiterte Funktionalitäten: Während FAB-DIS 2.3 hauptsächlich grundlegende Medien unterstützte, ermöglicht FAB-DIS 3.0 die Nutzung neuer Medientypen, wie zum Beispiel 360°-Fotos.
Flexibilität durch optionale Blöcke: FAB-DIS 3.0 bietet eine verbesserte Handhabung regulatorischer Anforderungen und erlaubt es Herstellern, Daten wie den CO₂-Fußabdruck oder die Energieeffizienzklasse nur dann zu dokumentieren, wenn sie für das Produkt relevant sind. Der Block C04_REGLEMENTAIRE muss also nur ausgefüllt werden, wenn Umweltdaten tatsächlich erforderlich sind. Das reduziert unnötige leere Felder und vereinfacht die Datenverwaltung. In FAB-DIS 2.3 mussten solche Blöcke immer ausgefüllt werden, auch wenn keine konkreten Informationen vorlagen, was zu weniger flexiblen und weniger effizienten Datenstrukturen führte.
Erweiterte Anpassungsmöglichkeiten: In FAB-DIS 3.0 ermöglicht der C01_EXTENSION-Block, spezifische Attribute wie Produktvarianten oder Materialien hinzuzufügen, ohne die bestehende Struktur zu verändern. Zum Beispiel kann ein Hersteller für Heizkörper verschiedene Farben (z. B. „Rot“, „Blau“, „Schwarz“) oder Materialien (z. B. „Aluminium“, „Stahl“) als Attribute hinzufügen. In Version 2.3 war das schwieriger, da neue Attribute oft in die bestehende Struktur integriert werden mussten, was die Flexibilität einschränkte und zu potenziellen Inkompatibilitäten führen konnte.
Seit der Einführung des FAB-DIS-Standards im Jahr 2014 haben sich die Anforderungen der Baubranche und Gebäudetechnik stetig weiterentwickelt. Um diese Entwicklungsprozesse auch passend im FAB-DIS-Format abbilden zu können, erscheinen immer wieder neue FAB-DIS-Versionen mit strukturellen Anpassungen.
2016 ergänzte FAB-DIS 2.0 zum Beispiel notwendige Erweiterungen zur Datenkompatibilität und zur Handhabung von mehr Produktkategorien.
2019 erschien dann FAB-DIS 2.3, was unter anderem über 80 Verbesserungen wie die Erweiterung der Medienblöcke und die neue Unterstützung von Etikettendaten wie GTIN-Codes und Barcodes mit sich brachte.
Die derzeit aktuelle Version FAB-DIS 3.0 ist seit 2023 verfügbar. Sie stellt die vergleichsweise umfassendste Weiterentwicklung dar und ist – anders als vorige Versionen – nur noch kostenpflichtig verfügbar. FAB-DIS 3.0 bringt euch zum Beispiel bedeutende Verbesserungen im Bereich der Medienintegration. Unter anderem ergänzt sie Datenfelder zu neuen Medientypen wie BIM-Objekte und Video-Tutorials. Auch die Handhabung von Multi-Verpackungen und die Einbindung von Daten zur Kreislaufwirtschaft (z.B. Recyclingfähigkeit und CO₂-Fußabdruck) ist nun möglich.
Aufgrund der vielen Neuerungen ist eine Erkundigung bei euren Händlern nach der derzeit noch genutzten Version ratsam. Gegebenenfalls kann ein zeitnaher Wechsel zu FAB-DIS 3.0 sinnvoll sein.
Die genannten Eigenschaften des FAB-DIS-Standards zeigen bereits, dass ihr von einer Vielzahl an flexiblen Möglichkeiten zur Standardisierung eurer Produktdaten profitiert. Gleichzeitig kann dieselbe Vielfalt gerade für neue Anwender aber auch herausfordernd sein. Zu den größten Vorteilen des FAB-DIS-Formats gehören unter anderem diese Aspekte:
Verkürzte Markteinführungszeiten: Durch den standardisierten Austausch von Produktdaten können Hersteller ihre Modelle schneller auf den Markt bringen. Obwohl Daten zunächst aufbereitet werden müssen, sorgt der einheitliche Austausch letztlich für eine schnellere Markteinführung, weil Händler sofort auf aktuelle Produktinformationen zugreifen können.
Kosteneinsparungen und effizientere Prozesse durch standardisierten Datenaustausch: Der FAB-DIS-Standard ermöglicht es Herstellern, Produktdaten in einem einheitlichen Format an mehrere Händler weiterzugeben. Das spart nicht nur Verwaltungskosten, sondern reduziert auch den Aufwand für Händler, da sie dieselbe Datenstruktur von allen Lieferanten erhalten.
Allerdings sollten auch die Herausforderungen des FAB-DIS-Standards nicht unerwähnt bleiben. Doch keine Sorge: Für jede potenzielle Hürde gibt es allerdings auch entsprechende Lösungsansätze. Hier ein Überblick über häufige Problemstellungen im Umgang mit dem Datenstandard:
Komplexität bei der Umstellung: Die Integration von FAB-DIS-Daten kann insbesondere bei der Anpassung bestehender Datenstrukturen komplex sein. Data-Syndication-Software und Schnittstellenlösungen helfen, den Standard zu generieren und die Daten effizient in bestehende Systeme zu integrieren.
Begrenzte internationale Akzeptanz: Obwohl FAB-DIS ursprünglich für den französischen Markt entwickelt wurde, gewinnt der Standard auch international an Bedeutung. Eine flexible Data-Syndication-Lösung ermöglicht es Herstellern, mehrere Standards gleichzeitig zu bedienen und international kompatible Formate zu nutzen, ohne zusätzliche Anpassungen vornehmen zu müssen.
Datenstandards wie FAB-DIS ermöglichen einen effizienten Datenaustausch. Damit das gelingen kann, benötigen sie möglichst genaue, aktuelle und vollständige Quelldaten. Hier kommt ein durchdachtes Produktdatenmanagement (PDM) ins Spiel.
Schon vor der Erstellung des eigentlichen FAB-DIS 3.0-Standards solltet ihr sicherstellen, dass ihr alle relevanten Produktdaten vollständig, aktuell und zentral in euren PIM-, DAM-, ERP- oder etwa MDM-Systemen pflegt. Diese Systeme dienen als „Single Point of Truth“ und verhindern verstreute Datensätze (Datensilos). Ihr solltet also allgemein eine ganzheitliche Datenbasis pflegen, die neben Basisdaten auch weitere Informationen wie den CO₂-Fußabdruck oder die Energieeffizienzklasse umfasst. Fehlerhafte oder unvollständige Daten können sonst eure Sichtbarkeit in Suchmaschinen und Marktplätzen beeinträchtigen und das Vertrauen der Kunden mindern. Die Nutzung von Schnittstellen und/oder Middleware hilft euch, Daten zwischen den verschiedenen Systemen auszutauschen.
Als Großhändler müsst ihr dafür sorgen, dass euer Data-Onboarding auf den Import von FAB-DIS-Daten in eure eigenen Systeme angepasst ist. Eine verlässliche Quelle für geprüfte FAB-DIS 3.0 Daten kann ein Lieferantenportal wie etwa das Saxo-Portal von AlliX sein. Es ermöglicht Herstellern und anderen Datenlieferanten, ihre zuvor generierten FAB-DIS-Daten über das Lieferantenportal bereitzustellen. Ein solches Lieferantenportal validiert außerdem, ob die hochgeladenen Daten tatsächlich allen Strukturvorgaben des FAB-DIS 3.0 Formats entsprechen oder angepasst werden müssen. Großhändler können daraufhin die geprüften FAB-DIS Daten direkt über das Portal in ihre eigenen Systeme importieren und für eigene Zwecke (etwa Produktlistungen auf Marktplätzen) nutzen.
Allgemein gilt: „Ein Datenstandard ist nur so gut wie seine Datenbasis“. Unvollständige, veraltete oder fehlerhafte Produktdaten solltet ihr unbedingt vermeiden. Nur dann könnt ihr hochwertige Daten an externe Datenempfänger (Data-Syndication) ausleiten. Hier hilft euch außerdem ein Blick in die offiziellen FAB-DIS-Guidelines. Das sind Richtlinien zur Datenstruktur und wie Daten im Standard exakt gepflegt werden. Beispielsweise enthalten solche Guidelines auch „Value Lists“ (Wertetabellen), welche vom Standard unterstützte Einheiten sowie ihre korrekte Nennung (etwa „KGM“ für Kilogramm) festlegen.
Ihr erhaltet FAB-DIS-Daten von diversen Datenlieferanten und möchtet diese z. B. passend in euer PIM-System importieren? Wollt ihr den Datenstandard FAB-DIS generieren, um ihn an diverse Zielkanäle (Marktplätze, Plattformen etc.) bereitzustellen – bzw. ihr müsst von FAB-DIS 2.3 auf FAB-DIS 3.0 wechseln? Oder möchtet ihr FAB-DIS-Daten in ein anderes Datenformat bzw. einen Datenstandard wie etwa den BMEcat transformieren?
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Fehlerhafte Angaben werden früh erkannt, fehlende Informationen nachgefordert und alles sauber vereinheitlicht. So landen geprüfte, vollständige Daten direkt in euren Systemen – etwa PIM oder ERP. Für weniger manuelle Nacharbeiten, klar definierte Prozesse und Lieferanten, die wissen, was gefordert wird.
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Jan ist seit 2024 bei nexoma. Dem gelernten E-Commerce-Kaufmann sind Produktdaten alles andere als fremd. Als sprachlich versierter Marketing Manager ist Jan außerdem unser Mann für viele Texte (Deutsch und Englisch) und versorgt euch unter anderem mit wissenswerten NEXIpedia- und Newsletter-Beiträgen.
