ETIM ist ein offener Klassifikationsstandard, der häufig von Großhändlern, Datenpools und Branchenplattformen angefordert wird. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen zu diesem Standard ganz einfach und verständlich.

ETIM ist ein weltweiter Standard zur Klassifizierung von technischen Produkten, der vor allem in Branchen wie Elektrotechnik, SHK und Bau zum Einsatz kommt. Er ermöglicht einen einheitlichen Datenaustausch zwischen Lieferanten und Empfängern, indem er Produkte in einer flachen Struktur, u.a. aus Gruppen, Klassen, eindeutigen Merkmalen (Features) und Werten (Values) beschreibt. Durch die Verwendung sprachneutraler Codes sorgt er Klassifikationsstandard dafür, dass Produkte über Ländergrenzen hinweg vergleichbar und im eCommerce leicht auffindbar sind. Während das Basis-Modell für klassische Produktdaten genutzt wird, bietet die Erweiterung ETIM MC (Modelling Classes) zusätzlich geometrische Informationen für die digitale 3D-Planung (BIM). Da Plattformen und Großhändler oft unterschiedliche Versionen fordern, helfen euch PIM-Systeme oder Data-Syndication-Tools. Damit bereitet ihr Daten effizient für verschiedene Versionen auf und verteilt sie in Formaten wie BMEcat oder ETIM xChange.
ETIM (= „Elektro-Technisches-Informations-Modell“) ist ein offener Klassifikationsstandard, um den elektronischen Austausch von Produktdaten zwischen Unternehmen zu erleichtern.
Der Standard wird u.a. im Bereich der Elektrotechnik und in Branchen wie SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik), Baustoffe, Schiffbau und WEBA (Werkzeuge, Eisenwaren und Betriebsausstattung) eingesetzt. ETIM wird von der gemeinnützigen Organisation „ETIM International“ – ein Zusammenschluss von 21 Länderorganisationen, darunter „ETIM Deutschland“ – entwickelt, gepflegt, veröffentlicht und gefördert.
ETIM bringt regelmäßig neue Versionen heraus, seit 2021 im Turnus von zwei Jahren. Dadurch wird fortlaufend sichergestellt, dass die Klassifikation mit den aktuellen Marktanforderungen übereinstimmt. Beispielsweise werden neue Produktkategorien ergänzt, Merkmale erweitert, Definitionen präzisiert und veraltete Klassen gestrichen – damit Produkte immer aktuell und eindeutig vergleichbar bleiben.
Mitglieder von ETIM Deutschland e.V. können diesen Prozess aktiv mitgestalten: Sie bringen ihre Anforderungen in Fachausschüssen ein, stimmen über Änderungen ab und tragen so direkt zur Weiterentwicklung des Standards bei.
Zuletzt veröffentlichte die Organisation die Version 9 (Dezember 2022) und die aktuelle Version 10 im Dezember 2024.
Hier ein allgemeiner Überblick zu den bisherigen Versionen:
Neben den offiziellen ETIM-Releases gibt es auch sogenannte „Dynamic Releases“ (sprich dynamische Veröffentlichungen). Dabei handelt es sich um eine Art „Vorschau-Version“, die bereits alle neuen oder geänderten Klassen, Merkmale und Werte enthält, die zum aktuellen Zeitpunkt veröffentlicht oder zur Veröffentlichung freigegeben sind. Zusätzlich sind hier auch noch Elemente enthalten, die in der nächsten offiziellen Version entfallen werden. Sie sind entsprechend gekennzeichnet, bleiben aber bis zum endgültigen Release noch sichtbar.
Der Vorteil von Dynamic Releases: Unternehmen können diese Änderungen schon frühzeitig intern nutzen, z. B. in Webshops oder für den bilateralen Datenaustausch mit Partnern. Zudem lässt sich so der Aufwand für die Umstellung auf eine neue offizielle Version in mehrere kleinen Schritte verteilen.
Wichtig ist jedoch: Verbindlich bleibt immer die jeweils aktuelle offizielle ETIM-Version. Anders gesagt: Die Nutzung dieser dynamischen Releases ist freiwillig und in erster Linie für interne Anwendungen oder den Austausch zwischen zwei Partnern gedacht. Änderungen, die als „bereit zur Veröffentlichung“ markiert sind, können in Ausnahmefällen bis zum offiziellen Release zudem noch zurückgenommen werden.
Bei ETIM handelt es sich um ein zweistufiges Klassifizierungsmodell: Die oberste Ebene sind die „Produktgruppen“ (auch „ETIM-Gruppe“ bzw. „ETIM Group“ / „Product Group“ genannt). Darunter folgen die „Produktklassen“ (auch „ETIM-Klasse“ bzw. „ETIM Class“ / „Product Class“ benannt). Zusätzlich zu diesen beiden Hauptbestandteilen können Klassen außerdem Features bzw. Merkmale enthalten, die ein Produkt bzw. Bestandteile noch spezifischer definieren. Innerhalb dieser Features gibt es zudem Values bzw. Werte, Featuregruppen, Angaben zu Units bzw. Einheiten und mehr.
Als Klassifikation zeichnet sich ETIM durch eine flache, nicht-hierarchische Struktur aus, die sich deutlich von anderen Klassifikationssystemen wie etwa ECLASS oder GPC unterscheidet. Letztere basieren nämlich auf mehrstufigen Hierarchien.
Im Folgenden wird der grobe Aufbau anhand eines Kindernachtlichts gezeigt. Grundlage dafür ist ETIM 10.
Auf der allgemeinsten Ebene des Klassifikationsstandards ist jede Produktklasse einer Produktgruppe zugeordnet. Das Kindernachtlicht gehört zum Beispiel zur ETIM-Gruppe „Leuchten“. Jede Gruppe ist mit einem eineindeutigen Code versehen, der mit dem Kürzel „EG“ beginnt. Darauf folgt eine sechsstellige Nummer, in diesem Fall „000027“. Die eindeutige Kennzeichnung für die Gruppe dieses Kindernachtlichtes lautet also „EG000027“.
ETIM-Gruppen dienen primär der besseren Übersicht. Im Fokus von ETIM stehen jedoch eher die einzelnen Klassen darunter, die jeweils einzelne Merkmale enthalten.
Wie bereits erwähnt, spielen Klassen eine wichtige Rolle in der ETIM-Klassifikation. Denn jedes Produkt wird einer bestimmten ETIM-Klasse zugeordnet. Diese Klassen sind ebenfalls durch eindeutige Codes gekennzeichnet, die in diesem Fall mit „EC“ beginnen (für „ETIM Class“) und dann eine sechsstellige Nummer beinhalten. Das besagte Kindernachtlicht gehört beispielsweise in die Klasse „Nachtlicht“ und erhält den Code „EC000075“.

Innerhalb der Klassen werden Produkte außerdem durch Merkmale („ETIM-Features) näher beschrieben, etwa hinsichtlich Größe, Farbe oder Material. Auch diese Merkmale besitzen jeweils eigene Codes, die „EF“ und eine sechsstellige Nummer enthalten. Zudem werden Features in vier Typen eingeteilt:
In der Klasse „Nachtleuchten“ gibt es beispielsweise das Merkmal „EF000136 für das Merkmal „Gehäusefarbe“. Dieses Merkmal gehört zum Typ A. Es ist also eine Werteliste hinterlegt. Die Werte innerhalb dieser Liste sind die „ETIM Values“, die das Präfix „EV“ und eine sechsstellige Nummer tragen. So steht „EV000206“ für die Farbe „Schwarz“ im Zusammenhang mit der Gehäusefarbe.

Welche Werte zu einem Merkmal gehören, wird immer auf der Klassenebene festgelegt. So kann die Gehäusefarbe in einer Straßenleuchte auch Metallfarben wie „Aluminium“ oder „Nickel“ umfassen, während bei einem Nachtlicht nur Grundfarben zur Auswahl stehen.
Seit ETIM 10 können Merkmale zusätzlich in „ETIM Feature Groups“, also „Featuregruppen“ zusammengefasst werden. Das soll die Übersicht zusätzlich verbessern. So gehört die Gehäusefarbe der Nachtleuchte beispielsweise zur Featuregruppe „Farbe“ (EFG00003). Die Verwendung von ETIM-Featuregruppen ist optional.
Für messbare Merkmale verwendet ETIM sogenannte „ETIM-Units“, die mit „EU“ und einer sechsstelligen Nummer eindeutig identifizierbar sind. Ein Beispiel hierfür ist das Merkmal „Lampenleistung“, das durch den Code „EF011586“ beschrieben wird und dessen Einheit „Watt“ durch den Unit-Code „EU570054 dargestellt wird. Auch hier gilt: Welche Einheit zu einer Unit gehört, wird jeweils von durch die jeweilige Produktklasse bestimmt. So kann z. B. die Nennspannung in der Klasse „Nachtleuchten“ in Volt (V) angegeben werden, während sie in der Klasse „Spannungsprüfgerät“ in Kilovolt (kV) hinterlegt ist.
Ergänzend zu den Features können „Local Standard Features“ verwendet werden. Sie bilden länderspezifische Normen ab, sind optional und verändern das internationale ETIM-Grundmodell nicht. Ein Beispiel dafür ist die „Feuerwiderstandsklasse“ nach der „DIN-Norm 4102-2“ für Deutschland. In diesem Fall besteht das anfängliche Kürzel des Codes nicht aus zwei, sondern aus vier Buchstaben: „EFDE“, gefolgt von vier Ziffern. Die besagte Feuerwiderstandsklasse hat zum Beispiel den länderspezifischen Code „EFDE0021“.
Darüber hinaus kennt ETIM auch „Synonyme“. Dabei handelt es sich um alternative Bezeichnungen für eine Produktklasse (nicht für eine Produktgruppe). Eine Klasse kann mehrere Synonyme haben, und ein Synonym kann sich auf verschiedene Klassen beziehen. Sie haben allerdings keine eigene ID, sondern sind sprachabhängig direkt einer Klasse zugeordnet. So wird sichergestellt, dass Produkte auch dann gefunden werden, wenn in verschiedenen Ländern oder Branchen unterschiedliche Begriffe gebräuchlich sind.
Übrigens: Nicht nur „klassische Produkte“ und ihre Eigenschaften können durch den Klassifikationsstandard eindeutig kategorisiert werden. Auch dreidimensionale Layoutinformationen können eindeutig beschrieben werden – und zwar mit der Erweiterung des Klassifikationsmodells um „ETIM MC“.
ETIM Modelling Classes (kurz „ETIM MC“) ergänzt die regulären Klassen um parametrische Informationen für 3D-/BIM-Objekte. Eine „Modelling Class“ beschreibt also ein Set von veränderbaren Abmessungen (z. B. Länge, Breite, Durchmesser) und wird immer durch eine Referenzzeichnung ergänzt, die zeigt, welches Merkmal zu welchem Maß gehört.
Jede Modelling Class ist durch einen eindeutigen Code gekennzeichnet, der mit „MC“ und einer sechsstelligen Nummer beginnt – zum Beispiel „MC000010“ für eine Rohrkupplung ohne Schlüsselansatz.
Zudem kann eine ETIM-Klasse (EC) mit mehreren Modelling Classes verknüpft sein. Ein Beispiel dafür ist die Klasse des Membrandruckausdehnungsgefäß, (EC010958). Dieses kann entweder stehend oder hängend mit unterschiedlichen Anschlusspositionen ausgeführt sein. Jede dieser Bauformen wird durch eine eigene MC beschrieben.

Umgekehrt kann eine ETIM MC auch mit mehreren ETIM-Klassen verknüpft sein, falls die Geometrie übereinstimmt. So kann die Modelling Class „MC000035“ (vertikal mit Füßen – Anschluss unten) nicht nur für die Klasse „EC010958“ (Membrandruckausdehnungsgefäß) genutzt werden, sondern auch für Klasse „EC010571“ (ein Koppelgefäß).

Außerdem besitzen die Modelling Classes u.a. folgende Eigenschaften und Besonderheiten:
Die Anschlüsse eines Produkts werden in ETIM MC über sogenannte „Portnummern“ bezeichnet (z. B. Port 1 = Eingang, Port 2 = Ausgang). Alle Produktelemente, die mit Anschlüssen zu tun haben (z. B. Gewinde, Flansche), werden nicht in jeder MC neu beschrieben, sondern stattdessen in „Connection Type Classes“ (CTs) gesammelt und von der MC nur referenziert. Dadurch müssen die Eigenschaften eines Flansches oder Gewindes nur einmal gepflegt werden und können in vielen Modelling Classes wiederverwendet werden.
Ein Beispiel ist die „MC000010“ (Rohrkupplung ohne Schlüsselfläche): Sie hat zwei Ports, die u.a. mit einer Überwurfmutter (CT000008) oder einem Flansch (CT000007) versehen sein können.

Die Details der Überwurfmutter (z. B. Innendurchmesser, Schlüsselweite) oder des Flansches (z. B. Flanschstärke, Anzahl der Schraublöcher) stehen zentral in den Connection Type Classes.

Dieselben Connection Type Classes können auch in anderen Modelling Classes genutzt werden – etwa bei Pumpen, Ventilen oder Ausdehnungsgefäßen. So bleibt die Beschreibung einheitlich und muss nicht mehrfach erstellt werden.
Außerdem haben die Modelling Classes noch folgende Eigenschaften:
Neben den bekannten Feature-Typen (A, L, N, R) gibt es in den Modelling Classes zwei zusätzliche Datentypen:
ETIM MC ist neutral und generisch aufgebaut. Ein BIM-Objekt auf Basis einer MC ist zunächst herstellerneutral und kann in jedem BIM-Modell genutzt werden.
Anders als im Basismodell werden MCs nicht in großen Releases veröffentlicht, sondern klassenweise. Jede veröffentlichte Modelling Class bleibt für mindestens ein Jahr stabil („lockdown“), während Änderungswünsche gesammelt und erst mit der nächsten Version umgesetzt werden.

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Der Zugriff auf ETIM-Daten erfolgt über verschiedene Werkzeuge und Austauschformate:
Im CMT können Klassen gezielt gesucht und die zugehörigen Merkmale (Features), Werte (Values) und Einheiten (Units) eingesehen werden. Zudem lassen sich verschiedene Versionen miteinander vergleichen, sodass Änderungen im Modell nachvollziehbar sind. Der Zugang ist kostenlos.
Das Modelling Management Tool (MMT) ist eine spezialisierte Online-Plattform zur Verwaltung und Bearbeitung von ETIM MC sowie deren zugehörigen Änderungsanträgen (RFCs). Neben der Kommunikation von Status-Updates ermöglicht das Tool den Austausch parametrischer Zeichnungen und bietet durch regelmäßige Updates Funktionen wie Favoritenauswahl oder wöchentliche Push-Benachrichtigungen. Das MMT ist allerdings nur mit Login-Daten zugänglich, die über die jeweilige nationale ETIM-Organisation bereitgestellt werden.
Wer keinen Zugang zum MMT hat, kann die Inhalte von ETIM und MC alternativ über den ETIM Viewer einsehen. Dieser ist für alle Nutzer zugänglich.
Die ETIM API ermöglicht den direkten, technischen Zugriff auf das Datenmodell. Über standardisierte Schnittstellen (REST) können aktuelle Informationen zu Klassen, Merkmalen, Werten und Einheiten automatisiert in eigene Systeme eingebunden werden. Die Nutzung ist grundsätzlich offen. Eine Client-ID und ein Client-Secret können über die ETIM-API-Webseite beantragt werden. Bestimmte Sprachversionen sind allerdings nur für Mitglieder der lokalen ETIM-Organisationen verfügbar. Damit eignet sich die API besonders für Softwareanbieter, Datenpools oder Unternehmen, die regelmäßig automatisierte Abgleiche mit dem Klassifikationsmodell durchführen möchten.
IXF ist das offizielle Austauschformat für das ETIM-Modell. Es enthält die vollständige Struktur aller Klassen, Merkmale, Werte und Einheiten und dient dazu, die Klassifikation konsistent in Softwarelösungen, Datenpools oder interne Systeme zu importieren. IXF beschreibt also das Modell selbst, nicht die konkreten Produktdaten. Das Format kann kostenlos im Downloadbereich der ETIM International Website heruntergeladen werden. Neben IXF stehen die Daten dort auch im CSV- oder Excel-Format zur Verfügung.
Über das ETIM-BIM-Portal können fertige 3D-/BIM-Objekte, die auf den Modelling Classs basieren, kostenlos heruntergeladen und für die Planung genutzt werden. Das Portal richtet sich vor allem an Planer und Nutzer von 3D-Tools wie Revit oder Allplan. Es steht aber auch Herstellern offen, die dort ihre auf Basis von ETIM-MC erstellten BIM-Objekte bereitstellen möchten.
Es gibt verschiedene Lösungen, um Produktdaten nach ETIM zu klassifizieren.
Zum einen ermöglichen PIM-Systeme die Klassifizierung. Hier wird auch häufig von einem „ETIM-PIM“ gesprochen. Häufig können Produktdaten in PIM-Systemen auch in unterschiedlichen Versionen gepflegt werden. Diese „ETIM-PIM“-Option ist häufig die Praxis bei Unternehmen. Aber: Es kann den Pflegeaufwand und die Datenhaltung erheblich erhöhen.
Mit diesen Tools können Produktdaten auf verschiedene ETIM-Versionen gemappt werden.
Data-Syndication- und Feed-Managemenet-Lösungen (wie z.B. CatalogExpress) beinhalten oft einen ETIM Mapper bzw. ETIM Classification Tool. Dafür werden in der Data-Syndication- und Feed-Management-Software die Daten aus unterschiedlichen Quellen (z.B. ERP, PIM, MDM und Dateiformaten wie JSON, XML, EXCEL) auf die Zielstruktur, z.B. BMEcat mit ETIM 10 gemappt. Einmal eingerichtet erfolgt dieser Prozess zukünftig automatisiert.
Im Gegensatz zum Mapper bzw. den Classification Tools können Unternehmen damit nicht nur ETIM, sondern auch andere Klassifikationen (z.B. ECLASS) abbilden. Außerdem lassen sich damit diverse Datenstandards (BMEcat, FAB-DIS, xChange) generieren oder eBusiness-Kanäle anbinden (z.B. eBay, Amazon, Open Datacheck, simple system, Mercateo Unite). Versionswechsel (z.B. ETIM 9 auf ETIM 10) oder Klassifikationswechsel (z.B. von ETIM auf ECLASS) stellen ebenfalls kein Problem dar.
Die ETIM-Klassifizierung innerhalb einer Data-Syndication- und Feed-Management-Software verhindert, dass das PIM-System unnötig aufgebläht wird. Im Gegensatz zu ETIM PIM benötigen Unternehmen keine zusätzlichen Datenfelder oder komplexe Schnittstellenanpassungen für neue Versionen in ihrem PIM-System.
Lange Zeit hat ETIM International den BMEcat-Standard empfohlen und dafür eigene Guidelines entwickelt (z. B. Version 4.0.3 oder 5.0). In diesem Zusammenhang wird oft auch von einem „ETIM BMEcat“ gesprochen. Seit 2024 setzt die Organisation auf „ETIM xChange“ als neues, bevorzugtes Austauschformat. Anders als der XML-Standard BMEcat ist ETIM xChange JSON-basiert (sprich strukturell schlanker), international abgestimmt und vollständig von ETIM kontrolliert.
Trotz dieser Internationalisierung können nationale Organisationen weiterhin festlegen, welches Austauschformat sie verwenden. So ist z. B. in Frankreich FAB-DIS als Standard verbreitet, der ETIM-Daten übergeben kann.
Auch deutsche Standards wie die DQR (Datenqualitätsrichtlinie) oder der DPB-Branchenstandard für die Baubranche können ETIM-klassifizierte Daten übermitteln. Damit bleibt der Klassifikationsstandard flexibel in verschiedene Datenflüsse integrierbar.
ETIM wird u.a. in folgenden Branchenplattformen und Portalen genutzt:
ETIM sorgt für Standardisierung im Produktdatenmanagement. Dadurch werden Produkte mit einer einheitlich definierten Sprache beschrieben und sind dadurch eindeutig vergleichbar – sowohl für Händler als auch für Kunden.
Ein Beispiel: Ein Hersteller beschreibt die Farbe eines Produkts als „honiggelb“, ein anderer für dasselbe Produkt wiederum als „senffarben“. ETIM verhindert solche unklaren Bezeichnungen, da es z.B. einen standardisierten Wert „EV000234“ für die Farbe „Gelb“ gibt. So lassen sich alle gelben Produkte im System oder auf Plattformen eindeutig und leicht filtern, finden und transparent vergleichen.
ETIM bietet eine ganze Reihe an Vorteilen für das Produktdatenmanagement. Die Standardisierung stellt sicher, dass Hersteller, Händler und Plattformen alle „dieselbe Sprache sprechen“.
Dadurch minimiert der Klassifikationsstandard Inkonsistenzen. Das sorgt dafür, dass Hersteller, Händler und Plattformen „die gleiche Sprache sprechen“ und erleichtert den Datenaustausch – , sowohl im Data-Onboarding als auch in der Data-Syndication.
Außerdem ist die Klassifikation durch sprachunabhängige Codes international einsetzbar. Merkmale und Werte sind eindeutig definiert, sodass Verwechslungen vermieden werden. Zudem ist das Basismodell erweiterbar – durch ETIM MC für BIM-Anwendungen. Das erleichtert die Integration in neue Anwendungsfelder. Ein weiterer Pluspunkt ist die bessere Auffindbarkeit von Produkten – etwa in Online-Shops oder eProcurement-Plattformen. Klassifizierte Produkte lassen sich leichter vergleichen und filtern.
Die Anwendung von ETIM bringt aber auch Herausforderungen im Produktdatenmanagement mit sich. Eine hohe Datenqualität ist entscheidend, denn fehlerhafte oder unvollständige Stammdaten erschweren die Klassifizierung erheblich.
Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Datenempfänger oft unterschiedliche Versionen fordern. Manche verlangen die aktuelle Version, andere arbeiten stattdessen noch mit älteren Ständen. Unternehmen müssen deshalb mehrere Versionen parallel bereitstellen und verarbeiten. Um hier flexibel zu bleiben, setzen viele Unternehmen auf flexible Softwarelösungen, die den Versionswechsel bzw. die Klassifizierung erleichtern und den Pflegeaufwand reduzieren.
Ihr erhaltet Produktdaten von diversen Datenlieferanten und möchtet diese nach ETIM klassifizieren? Oder ihr möchtet Produktdaten nach ETIM, ECLASS und Co. in verschiedenen Versionen für Marktplätze, Kunden oder Branchenportalen klassifizieren? Mit unseren Softwarelösungen für Lieferantendaten-Onboarding (Supplier-Portal) und Product-Data-Syndication (CatalogExpress) automatisiert ihr eure Klassifizierungsprozesse.
Wie ein fleißiges Eichhörnchen sammelt, prüft und klassifiziert das Supplier-Portal eure Lieferantendaten – immer streng nach euren vorgegebenen Regeln Fehlerhafte Daten werden identifiziert und behoben. Gute Daten kommen geprüft, vereinheitlicht und automatisiert in euer PIM und ERP. Für weniger Rückfragen, klar definierte Prozesse und Lieferantendaten, die dann endlich in guter Qualität vorliegen.
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Julia ist seit März 2022 in unserem Marketingteam. Als Bachelor of Arts im Dienstleistungsmarketing versorgt Julia euch u. a. mit Inhalten zu Marketingthemen, Success-Storys und zur NEXIpedia.
