Eine Klassifikation ist das Ordnungssystem für eure Produktdaten. Sie sorgt für Struktur und macht eure Daten vergleichbar. Wir erklären euch die Klassifikations-Basics ganz einfach und verständlich.

Durch eine Klassifikation bringt ihr eure Produktdaten in eine klare Struktur, wodurch eure Artikel sowohl intern als auch für eure Kunden und Zielkanäle deutlich leichter auffindbar und vergleichbar werden. Eine eigene Hausklassifikation gibt euch maximale interne Flexibilität, während Klassifikationsstandards wie ETIM oder ECLASS den Datenaustausch mit Kunden, Großhandel und Marktplätzen vereinfachen. Idealerweise kombiniert ihr eure interne Hausklassifikation mit etablierten Klassifikationsstandards wie ETIM und ECLASS. So bleibt ihr intern flexibel und seid extern voll kompatibel. Da sich Märkte wandeln, gibt es für diese Standards regelmäßig Versionsupdates – oft müssen sogar mehrere Versionen gleichzeitig bedient werden. Spezialisierte Softwaretools unterstützen euch bei der Klassifizierung und führen euch sicher durch jeden Versionswechsel.
Eine Klassifikation ist ein System, das Produktdaten in eine klar strukturierte Ordnung bringt. Der Begriff „Klassifizierung“ beschreibt den Erstellungsprozess einer Klassifikation. Dabei werden Produkte in Hauptgruppen und spezifische Untergruppen aufgeteilt. Zudem erhält jedes Produkt eine eindeutige Beschreibung anhand bestimmter Merkmale. So könnten Schuhe beispielsweise nach der Kategorie „Sportart“ mit den Unterkategorien „Fußball“, „Wandern“ und „Joggen“ sowie nach der Kategorie „Farbe“ mit den Merkmalen „gelb“, „grün“ und „blau“ klassifiziert werden.
Die Qualität eurer Produktdaten steht und fällt mit der richtigen Einordnung. Da jedes Sortiment – vom einfachen Bauteil bis zur komplexen Maschine – individuelle Anforderungen stellt, müsst ihr die passende Methode zur Kategorisierung wählen. Im eBusiness gibt es verschiedene Klassifikationssysteme, die alle ihre eigenen Stärken haben. Klassifikationsarten werden häufig so unterschieden:
Hausklassifikation:
Die sogenannte „Hausklassifikation“ ist eure individuelle Kategorisierung und Pflege von Produktdaten, etwa nach eigenen Kategorien in eurem PIM-System. Das ist ideal für eure spezifischen Anforderungen, bringt jedoch den Nachteil mangelnder Standardisierung für externe Datenempfänger mit sich. Dadurch wird der Datenaustausch und die Integration zwischen verschiedenen Systemen erschwert.
Klassifikationsstandards
Neben der Hausklassifikation gibt es aber auch weit verbreitete Klassifikationsstandards. Wie der Begriff schon ausdrückt, geben sie eine standardisierte, branchenweit anerkannte Datenstruktur für alle Marktteilnehmer (Hersteller, Händler, Kunden) vor. Dadurch, dass alle Beteiligten dieselben Begriffe und Kategorien verwenden, vereinfachen Klassifikationsstandards den Austausch und die Integration von Produktdaten enorm. Händler und Lieferanten können auf eine gemeinsame Basis zugreifen, was die Zusammenarbeit vereinfacht.
Aber es gibt auch einen kleinen Nachteil: Klassifikationsstandards können mitunter unflexibel sein, denn sie lassen wenig Spielraum für individuelle Anpassungen. Wenn euer Produkt zum Beispiel spezielle Merkmale hat, die nicht in der Struktur des Standards abgebildet werden können, müsst ihr diese oft zusätzlich dokumentieren oder als gesonderte Attribute erfassen.
Zu den bekanntesten Klassifikationsstandards gehören:
ECLASS: ECLASS ist ein branchenübergreifendes Klassifikationssystem. Es wird in vielen Industriebereichen verwendet und z.B. von der eProcurement-Plattform simple system verlangt.
ETIM: ETIM wurde ursprünglich für die Elektrotechnik entwickelt. Jetzt wird es auch in den Bereichen Heizung, Lüftung und Klima (HVAC), Sanitär, Baustoffe, Schiffbau sowie Werkzeuge und Baubedarf verwendet. ETIM wird häufig von Großhändlern wie Sonepar und REXEL verwendet.
GPC (Global Product Classification): Dieser von GS1 entwickelte Klassifikationsstandard wird hauptsächlich in der Konsumgüterwirtschaft, aber auch im DIY- und Consumer-Electronics-Bereich verwendet. Produktdaten, die über die GDSN-Datenpools von GS1 ausgetauscht werden, müssen unter anderem nach GPC klassifiziert werden.
UNSPSC (United Nations Standard Products and Services Code): UNSPSC ist ein globales Klassifikationssystem, das eine einheitliche Struktur zur Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen bietet. Es wird häufig in der Beschaffung und im öffentlichen Auftragswesen eingesetzt.
Eine Klassifikation erleichtert euch das Produktdatenmanagement in vielerlei Hinsicht. Zum einen ermöglich sie eine Standardisierung mit einheitlichen Begrifflichkeiten und eine klare Struktur, wie Produktinformationen organisiert werden. Produkte lassen sich eindeutig zuordnen und beschreiben – zum Beispiel im Rahmen eures Lieferantendaten-Onboardings.
Wenn verschiedene Lieferanten dieselbe Farbe von Sportschuhen unterschiedlich benennen – einer als „honigfarben“, ein anderer als „senffarben“ – führt dies beim Import in eure internen Systeme zu einer unübersichtlichen Vielfalt an Bezeichnungen. Es wäre aufgrund der unterschiedlichen Bezeichnungen eine große Herausforderung, alle gelben Schuhe z.B. in eurem PIM oder ERP zu finden. Klassifikationssysteme verhindern das durch die Vorgabe einheitlicher Kategorien und Merkmale. Dadurch machen sie Produkte leichter auffindbar und vergleichbar. Das gilt sowohl für eure internen Systeme als auch für externe eBusiness-Zielkanäle wie B2B-Kunden, Online-Shops, eProcurement-Plattformen oder Marktplätze oder Endkunden.
Zum anderen verbessert ihr durch Klassifizierungen auch eure eigene Produktdatenqualität. Durch einheitliche Begrifflichkeiten und Zuordnungen der Produktdaten vermeidet ihr Inkonsistenzen und fehlende Angaben. Das macht die Prozesse in eurem Produktdatenmanagement effizienter. Klassifizierte Produktdaten vereinfachen die Transformation und Syndizierung erheblich. Dies gilt sowohl in Klassifikationssysteme wie ETIM oder ECLASS als auch für die Integration in Formate wie BMEcat, FAB-DIS oder DPB. So lassen sich die spezifischen Anforderungen von eBusiness-Kanälen, Großhändlern und Kunden reibungslos erfüllen.
Klassifikationen spielen also eine entscheidende Rolle für den effizienten Datenaustausch zwischen Herstellern, Händlern bzw. Großhändlern. Aber wie äußert sich das in der Praxis? Falls Produktdaten beispielsweise unterschiedliche Maßeinheiten enthalten (z.B. in mm, cm, m…), aber ein Datenempfänger die Maßangaben ausschließlich in Zentimetern haben möchte, müsstet ihr die Daten erstmal anpassen und aufwendig konvertieren. Anders wäre es, wenn nur mm verwendet wird: Dann kann über ein Data-Syndication-Tool ganz einfach eine Umrechnung für alle Maßangaben vorgenommen werden.
Kurz gesagt: Dank Klassifikationen sprechen Datenlieferanten und Datenempfänger dieselbe Sprache.
Eine Klassifikation ist üblicherweise in einer klar definierten Struktur aufgebaut. Diese kann sowohl hierarchisch als auch nicht hierarchisch aufgebaut sein. Klassifikationsstandards enthalten sowohl allgemeine Kategorien, als auch spezifische Merkmale und Attribute. Um das praxisnah nachzuvollziehen, lernt ihr hier hier groben Aufbau einer ETIM-Klassifikation in der Version 9 kennen:

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Ob Hersteller oder Händler, als Datenlieferant oder Datenempfänger – aus Erfahrung wisst ihr: Im globalen, schnelllebigen Handel ändern sich viele Produkte und ihre Beschaffenheiten immer häufiger. Genau das führt aber immer wieder zu Problemen mit etablierten Klassifikationen und ihrer klar definierten Struktur.
Deshalb werden Klassifikationsstandards in Form neuer Versionen fortlaufend an neue Marktbedingungen angepasst. So wird sichergestellt, dass ihr Produkte jederzeit adäquat kategorisieren und einheitlich vergleichen könnt. Solche neuen Versionen beinhalten zum Beispiel:
Ihr seht: Versionswechsel und Anpassungen an Klassifikationen sind entscheidend, um stets den aktuellen Standards zu entsprechen. Das gilt sowohl für den passgenauen Import von Klassifikationsstandards in euren eigenen Systeme als auch für die maßgeschneiderte Generierung und Ausleitung von Klassifikationsstandards für externe Zielkanäle.
Diese Veränderungen können schnell zur Herausforderung werden – die ihr aber mit dem richtigen Know-How und der passenden Produktdatenmanagement-Software nachhaltig meistern könnt.
Wenn ihr ein Datenempfänger seid, erhaltet ihr Klassifikationsstandards oft auch eingebettet in bestimmte Austauschformate und Datenstandards. Und auch als Datenlieferant müsst ihr Klassifikationen häufig in bestimmte Austauschformate bzw. Datenstandards integrieren. an verschiedene eBusiness-Datenempfänger übergeben. Zielkanäle können etwa
Aber wie hängen Klassifikationsstandards eigentlich mit Austauschformaten für Produktdaten zusammen? Klassifikationsstandards sorgen dafür, dass eure Produkte eindeutig kategorisiert und beschrieben werden, während Austauschformate wie der XML-basierte BMEcat oder das JSON-basierte xChange klassifizierte ETIM-Daten strukturiert weitergeben. Im Kontext von ETIM spricht man dann auch von einem „ETIM BMEcat“ und „ETIM xChange“. Ihr könnt Klassifikationen aber auch über andere Datenstandards wie DPB, GS1 XML oder auch den französischen Standard FAB-DIS übergeben.
Eine große Herausforderung im Vorfeld einer Klassifizierung ist eine mangelnde Datenqualität. Um z.B. eine Nachtleuchte nach einer bestimmten Klassifikation korrekt zu beschreiben, müssen eure Daten genau, vollständig und standardisiert gepflegt sein – oder werden können.
Wenn beispielsweise eine Nachtleuchte einmal mit „weißem Licht“ und ein anderes Mal mit „warmweißem Licht“ beschrieben wird, erschwert das die exakte Klassifizierung. Außerdem führt es zu Verwirrung bei euren Händlern und Kunden. Zudem wird es für diese auch schwieriger, das Produkt zu finden und zu vergleichen.
Egal, ob ihr ein Datenempfänger und / oder ein Datenlieferant seid: Im Sinne eines flüssigen Data-Onboardings bzw. einer effizienten Data-Syndication solltet ihr Produktdaten immer vollständig, aktuell und präzise pflegen. Das erleichtert jeden Produktdatenmanagement-Prozess von der Verarbeitung bis zur Generierung diverser Klassifikationsstandards.
Auch Versionswechsel sind bei Klassifikationsstandards nicht zu unterschätzen. Dafür müsst ihr nämlich alle Änderungen sorgfältig mit den bestehenden Produktdaten abgleichen. Das Problem: Selbst bei wenigen Produkten wäre eine manuelle Anpassung viel zu zeitaufwändig – ganz zu schweigen von der menschlichen Fehleranfälligkeit. Zusätzlich verlangen viele eBusiness-Kanäle und Datenempfänger weiterhin die Verwendung älterer Klassifikationsversionen. Beispielsweise akzeptiert simple system noch die alten ECLASS-Versionen 5.1 und 7.1 im BMEcat-Format, obwohl es z.B. bereits ECLASS 16 gibt.
Für euer Produktdatenmanagement bedeutet das: Ihr müsst sowohl ältere als auch neuere Klassifikationsversionen pflegen und verarbeiten können. Viele Unternehmen verwenden Akeneo, ATAMYA (ehemals eggheads), Centric (ehemals Contentserv), Crossbase, OMN von Apollon, Pimcore oder etwa Viamedici, um diverse Klassifikationen und Versionen zu verwalten. Allerdings führt das zu einer hohen Datenhaltung und einem großen Pflegeaufwand.
Aus diesem Grund gibt es spezialisierte Produktdatenmanagement-Softwarelösungen für euer Data-Onboarding und euer Feed-Management inkl. Data-Syndication. Mit Data-Onboarding-Lösungen könnt ihr die Daten eurer Lieferanten ganz einfach nach euren Anforderungen klassifizieren. Während euch Feed-Management-Tools dabei unterstützen Klassifikationsstandards, Klassifikationswechsel (z.B. von ETIM zu ECLASS) und Versionswechsel außerhalb des PIM-Systems durchzuführen. So reduziert ihr euren Aufwand in der Datenhaltung und Pflege im PIM-System deutlich – und nachhaltig.
Ihr erhaltet Produktdaten von diversen Datenlieferanten und möchtet diese nach euren Anforderungen klassifizieren? Oder ihr möchtet Produktdaten nach ETIM, ECLASS und Co. in verschiedenen Versionen für Marktplätze, Kunden oder Branchenportalen klassifizieren? Mit unseren Softwarelösungen für Lieferantendaten-Onboarding (Supplier-Portal) und Product-Data-Syndication (CatalogExpress) automatisiert ihr eure Klassifizierungsprozesse.
Wie ein fleißiges Eichhörnchen sammelt, prüft und klassifiziert das Supplier-Portal eure Lieferantendaten – immer streng nach euren vorgegebenen Regeln Fehlerhafte Daten werden identifiziert und behoben. Gute Daten kommen geprüft, vereinheitlicht und automatisiert in euer PIM und ERP. Für weniger Rückfragen, klar definierte Prozesse und Lieferantendaten, die dann endlich in guter Qualität vorliegen.
Wie ein Chamäleon passt sich CatalogExpress jeder Umgebung an: Kunden, Datenpools, Marktplätze, – jeder fordert andere Daten und Klassifikationen. Mit unserem Tool führt ihr Datenquellen zusammen, bereitet sie passgenau auf und verteilt sie automatisiert an eure Zielkanäle. Auch der Wechsel zwischen verschiedenen Klassifikationssystemen und -versionen gelingt damit mühelos. So generiert ihr Klassifikationen, individuelle Formate oder bekannte Datenstandards – schnell, fehlerfrei und wiederverwendbar.
Jan ist seit 2024 bei nexoma. Dem gelernten E-Commerce-Kaufmann sind Produktdaten alles andere als fremd. Als sprachlich versierter Marketing Manager ist Jan außerdem unser Mann für viele Texte (Deutsch und Englisch) und versorgt euch unter anderem mit wissenswerten NEXIpedia- und Newsletter-Beiträgen.
