Master Data Management bedeutet, die wichtigsten Grunddaten eines Unternehmens so zu pflegen, dass sie überall einheitlich, vollständig und fehlerfrei zur Verfügung stehen. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen zum MDM ganz einfach und verständlich.

Master Data Management (MDM) umfasst die zentrale Pflege eurer wichtigsten Unternehmensstammdaten, wie beispielsweise Produkt-, Lieferanten- und Kundendaten. Das System führt Informationen aus verschiedenen Abteilungen zusammen und gleicht sie ab, um einen vollständigen, einheitlichen „Golden Record“ als verlässlichste Wahrheitsquelle zu schaffen. Dadurch vermeidet ihr veraltete Daten, Duplikate sowie isolierte Datensilos und profitiert von einer hohen Datenqualität für fundierte Geschäftsentscheidungen. Durch die Nutzung spezieller MDM-Software in Kombination mit Lösungen für Data-Onboarding und Data-Syndication automatisiert ihr zudem den Datenaustausch und übertragt elektronische Kataloge effizient an Großhändler, Marktplätze oder Kunden.
Der Begriff „Master Data Management“ (auch „Masterdata Management“, kurz: MDM) umfasst die Pflege und Sicherstellung eines vollständigen, einheitlichen und hohen Datenniveaus der Stammdaten eines Unternehmens oder einer Organisation.
Der Begriff „Master Data“ ist das englische Wort für „Stammdaten“. Stammdaten zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich kaum bis wenig ändern, eine lange Gültigkeit haben und breit im Unternehmen verwendet werden. Beispiele dafür sind u.a.: Produktdaten (z.B. eine Artikelnummer), Lieferantendaten (z.B. Lieferantenname), Kundendaten (z.B. Kundenadresse).
Master Data Management (MDM) verknüpft alle wichtigen Stammdaten unter einer gemeinsamen Referenz. Dadurch entstehen vollständige Datensätze, die auch als „Golden Record“ bezeichnet werden. Der Golden Record ist also die „beste“ oder „vollständigste“ Version eines Datensatzes, die alle relevanten und korrekten Informationen enthält. Diese Version wird oft als „golden“ bezeichnet, da sie, als die am meisten verlässliche und vollständige Quelle der Wahrheit (Single Point of Truth) betrachtet wird.
Dank Master Data Management sind eure Stammdaten sowohl aktuell, korrekt, widerspruchsfrei als auch einheitlich und das – an einer zentralen Stelle. Dadurch werden veraltete Daten vermieden und eine hohe Datenqualität geschaffen.
Wenn zum Beispiel ein Produkt aus dem Sortiment genommen wird, sollte das MDM dafür sorgen, dass diese Änderung in all euren wichtigen Systemen aktualisiert wird, also z.B. im Shopsystem, im PIM-System oder auch im ERP-Systemort. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Daten isoliert, veraltet oder widersprüchlich sind. Bei falschen Produktdaten kann dies auch zu Fehlkäufen und einer Kundenunzufriedenheit führen.
Außerdem vermeidet ihr durch ein durchdachtes Master Data Management bzw. Stammdatenmanagement auch Fehler und Duplikate in den Daten.
Häufig werden dieselben Informationen von verschiedenen Teams inkonsistent eingegeben. Klassisches Beispiel hierfür sind die Kundenadressen: Die eine Abteilung schreibt, Straße und die andere schreibt die Abkürzung „Str.“ MDM führt diese doppelten Daten zusammen und gleicht sie ab. Dadurch könnet ihrgenaue und einheitliche Daten nutzen, was zu besseren Analysemöglichkeiten führt. Andernfalls könnten falsche Entscheidungen getroffen werden.
Ein überspitztes Beispiel wäre der Verkaufserfolg der fiktiven Lampe: „Glow Buddy“. Hier wurden zwei Käufer mit leicht unterschiedlichen Namen und Adressen in der Datenbank erfasst sind:
Aufgrund dieser Dubletten sieht es so aus, als ob „Glow Buddy“ von zwei verschiedenen Kunden gekauft wurde, was den Verkaufserfolg des Produkts erhöhen könnte. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um denselben Kunden, der zweimal erfasst wurde. Das führt also zu einer übertriebenen Einschätzung des tatsächlichen Verkaufserfolges.
Master Data können in verschiedenen Systemen und Software-Lösungen gepflegt werden. Diese helfen euch dabei, verschiedene Aufgaben rund um das Stammdatenmanagement zu erledigen, wie zum Beispiel Stammdaten zu definieren, abzugleichen und bereitzustellen. Bei der fiktiven Lampe: „Glow Buddy“ würde die MDM-Software also dabei helfen, dass all eure Informationen zu diesem Produkt – wie Modellnummer, Preis und Verfügbarkeit – korrekt und einheitlich sind, egal ob sie im Laden, online oder in der Lagerverwaltung verwendet werden. MDM-Software wird häufig als Cloud-Lösung oder onPremise-Lösung angeboten. Die Cloud-Versionen erlauben es, die Daten online zu speichern und zu bearbeiten, was Kosten spart, und die Verwaltung erleichtert. Bei der On-Premise-Variante wiederum wird eigene Hardware, also Server und IT-Infrastruktur, benötigt.
Hier einige Beispiele:
Es gibt spezialisierte MDM-Softwarelösungen für Unternehmen, um Master Data standardisiert zu verwalten. Solche Programme sind besonders nützlich, da sie gleich mehrere notwendige Aufgaben des Master Data Managements abdecken. Dazu gehören die zentrale Definition, Verwaltung, Synchronisierung und Bereitstellung von Master Data. Bekannte MDM-Softwareplattformen sind beispielsweise Informatica MDM, SAP Master Data Governance, Stibo STEP sowie Syndigo MDM.
Ein Produktinformationsmanagement-System (kurz: PIM) wird sowohl von Herstellern als auch von Händlern eingesetzt, um Produktdaten sowie damit zusammenhängende Prozesse zu steuern (Product Master Data Management). Dazu gehören einerseits die Datenbeschaffung (Data-Onboarding), sowie die Anreicherung und Distribution von Produktdaten (Data-Syndication / Feed Management). Aufgrund ihrer wichtigen Funktionen sind PIM-Systeme häufig ein wichtiger Bestandteil von MDM-Strategien im Rahmen eines Best of Breed Ansatzes.
Beispiele für bekannte PIM-Systeme sind Akeneo, ATAMYA (ehemals eggheads), Centric (ehemals Contentserv), Crossbase, OMN von Apollon, Pimcore oder etwa Viamedici.
Das Enterprise Master Data Management (kurz „EMDM“ stellt sicher, dass wichtige Stammdaten wie Kundendaten und Produktinformationen nicht nur in verschiedenen Finanzsystemen einheitlich sind, sondern auch in anderen Anwendungen wie Einkauf, Logistik und Kundenservice verwendet werden können.
Das Customer Master Data Management (kurz „CMDM“, sprich Kundenstammdatenmanagement) konzentriert sich auf die Verwaltung von Kundenstammdaten. Hierbei handelt es sich um Informationen zu Kunden wie Namen, Kontaktdaten, Kaufhistorie, Präferenzen und andere relevante Daten.
Letztendlich hängt die Wahl der richtigen Plattform und Methode für das MDM an euren spezifischen Anforderungen, dem Budget und den geschäftlichen Zielen eines Unternehmens ab. Es ist daher sehr wichtig, die verschiedenen Optionen zu vergleichen, ihre jeweiligen Vor- und Nachteile zu evaluieren und die Master Data Management-Lösung zu wählen, die am besten zu euren individuellen Bedürfnissen passt.
Zum Beispiel bei der Fragestellung: Nutze ich ein PIM oder ein MDM oder beides? Hier ist die Zielstellung entscheidend. Wenn nur der Umgang mit Produktinformationen verbessert werden soll, um ein einheitliches Produkterlebnis über alle Kanäle zu schaffen, reicht wahrscheinlich ein PIM-System aus. Möchten Unternehmen allerdings den Umgang mit allen Stammdaten im Unternehmen verbessern und so eine 360° Ansicht zu erhalten, dann ist sicherlich ein MDM, die Kombination aus PIM und MDM bzw. die Umsetzung des Best of Breed-Ansatzes sinnvoll.
Unternehmen können auch eigene Datenbanken und Data Warehouses einsetzen, um Master Data zu speichern und zu verwalten. Voraussetzung für die Nutzung sind allerdings oft maßgeschneiderte Entwicklungen und Implementierungen. Sind diese Datenmanagementsysteme allerdings einmal eingerichtet, erlauben Sie für gewöhnlich viel individuelle Flexibilität und Anpassungsmöglichkeiten.
Welches das beste Master Data Management Tool ist, hängt auch von der Software-Strategie des Unternehmens ab. In einem „Best of Breed“-Ansatz profitiert ihr von einer Kombination vieler Lösungen und Systeme von unterschiedlichen Anbietern. So kann ein spezifisch ausgewähltes PIM-System als eine zentrale Säule der Master Data Management-Strategie fungieren. Präferiert ihr ein „Best of Suite“-Konzept, fußt die unternehmerische MDM-Strategie hingegen auf einem zentralen / monolithischen System eines einzigen Anbieters. Beide Ansätze haben dabei Vor- und Nachteile und können in unterschiedlichen Kontexten mehr oder weniger sinnvoll sein.
Ein Tipp aus der Praxis: Es kann durchaus hilfreich sein, Referenzkunden zu kontaktieren und Demoversionen der Software zu testen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
1. Datenkonsistenz und -qualität
Die Nutzung einer MDM-Software ermöglicht die zentrale Verwaltung von Master Data, was zu einer verbesserten Konsistenz und Qualität eurer Unternehmensstammdaten führt. Durch die Implementierung von Standards und Richtlinien können Inkonsistenzen und Fehler in euren Daten reduziert werden.
2. Effiziente Datenerfassung und -aktualisierung
MDM-Systeme erleichtern euch die Erfassung und Aktualisierung von Daten. Alle Mitarbeiter können auf eine gemeinsame Quelle zugreifen, um Informationen standardisiert hinzuzufügen oder zu aktualisieren, was zu einer schnelleren und effizienteren Datenverwaltung führt.
3. Integration von Datenquellen
MDM-Tools ermöglichen die Integration von Daten aus verschiedenen Quellen, um isolierte Daten „Silos“ zu überwinden und einheitliche Master Data bereitzustellen.
4. Unterstützung von Geschäftsprozessen
MDM-Software unterstützt eure Geschäftsprozesse, indem sie sicherstellt, dass alle relevanten Abteilungen Zugriff auf konsistente und aktuelle Daten haben. Dadurch können Entscheidungen auf zuverlässigen Informationen basieren. Außerdem kann ein gut strukturiertes MDM mit einer konsistenten und qualitativ hochwertigen Datenbasis dazu beitragen, die Unternehmensleitung bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen. Dazu zählt auch das erhöhte Potenzial für Kosteneinsparungen, da mit einem aktiv gepflegten Master Data Management redundante Daten und deren Bereinigung vermieden und Datenqualitätsprobleme reduziert werden können.
5. Compliance und Risikominderung
Die zentrale Verwaltung von Master Data erleichtert euch die Einhaltung von Vorschriften und Richtlinien. Dies kann dazu beitragen, Risiken im Zusammenhang mit Datenschutz und Compliance zu minimieren.
Um ein bestmögliches Master Data Management zu gewährleisten, sollten sich Unternehmen unter anderem diese grundlegenden Fragen stellen:
Zu den häufigsten Problemen gehören:
Um diese Probleme anzugehen, solltet ihr euch mit der Einführung von Datenrichtlinien bzw. eines „Data Governance“-Konzept auseinandersetzen.
1. Datenkonsistenz & Qualität:
Eine MDM-Lösung verbessert Datenkonsistenz und -qualität, indem sie Unternehmensstammdaten zentral verwaltet und Standards umsetzt.
2. Effiziente Datenerfassung & -aktualisierung:
MDM-Systeme vereinfachen die Datenerfassung und -aktualisierung, indem sie einen gemeinsamen Zugriffspunkt bieten und somit die Datenverwaltung beschleunigen.
3. Integration von Datenquellen:
MDM-Tools ermöglichen die Integration von Daten aus verschiedenen Quellen, um isolierte Daten „Silos“ zu überwinden und einheitliche Master Data bereitzustellen.
4. Unterstützung von Geschäftsprozessen:
MDM-Software sorgt dafür, dass alle Abteilungen Zugriff auf konsistente Daten haben, was fundierte Entscheidungen ermöglicht und das Potenzial für Kosteneinsparungen erhöht.
5. Compliance & Risikominderung:
Zentrales Master Data Management erleichtert die Einhaltung von Vorschriften und minimiert Risiken im Zusammenhang mit Datenschutz und Compliance.
MDM-Systeme haben eine wichtige Rolle im Produktdatenmanagement. Zum einen können dort Produktdaten zentral gepflegt werden. Durch eine zentrale Datenquelle lassen sich Datensilos vermeiden, da alle Beteiligten auf eine einheitliche Datenbasis zugreifen.
Andernfalls könnten verschiedene Quellen für Produktdaten existieren, beispielsweise unterschiedliche Excel-Dateien mit verschiedenen Ständen, was zu Inkonsistenzen und Fehlern führen kann. Unabhängig davon, welcher Datenstandard genutzt wird, ist es wichtig, einen Single Point of Truth für Produktdaten sicherzustellen – die verlässlichste Quelle für alle Produktinformationen.
Wichtig sind nicht nur die Produktdatenprozesse im MDM sondern auch rund um das MDM. Hier spielen vor allem das Data-Onboarding und die Data-Syndication eine entscheidende Rolle.
Falls ihr Produktdaten von Lieferanten erhaltet, solltet ihr auch ein entsprechendes Data-Onboarding in eurem MDM berücksichtigen. So könnt ihr sicherstellen, dass die Daten, die ihr onboardet, euren Qualitätsstandards entsprechen. Hierbei unterstützt Lieferantenportal-Software. Dadurch sorgt ihr dafür, dass nur Daten in eure MDM kommen, die euren eigenen Anforderungen bzw. Datenvorgaben entsprechen. Ohne eine solche Qualitätskontrolle besteht das Risiko des sogenannten „Shit in, Shit out“-Prinzips: Übernehmt ihr fehlerhafte oder unzureichend gepflegte Daten, werden diese auch mit schlechter Qualität in Online-Shops oder Marktplätze syndiziert.
Darunter leidet auch die Sichtbarkeit eurer Produkte in Suchmaschinen wie Google oder auf Marktplätzen, weil fehlerhafte oder unvollständige Angaben die Auffindbarkeit und Relevanz mindern. Dies kann dazu führen, dass Produkte seltener angezeigt werden, wodurch die Kaufwahrscheinlichkeit sinkt. Außerdem senken schlecht gepflegte Produktdaten auch das Vertrauen von Kunden –, z. B. wenn ein Artikel bestellt wird, der eigentlich gar nicht mehr verfügbar ist.
Neben dem Data-Onboarding solltet ihr die Daten auch effizient aus eurem MDM-System für Kunden, Großhändler, Online-Plattformen syndizieren. Dabei unterstützten euch flexible Middleware- bzw. Data-Syndication-Lösungen.
Ihr erhaltet elektronische Kataloge von diversen Datenlieferanten und möchtet diese in euer MDM importieren? Oder ihr möchtet elektronische Kataloge aus eurem MDM für Großhändler, Kunden, Marktplätze oder Branchenportalen syndizieren? Mit unseren Softwarelösungen für Lieferantendaten-Onboarding (Supplier-Portal) und Product-Data-Syndication (CatalogExpress) automatisiert ihr den Datenaustausch rund um euer Master Data Management-System
Wie ein fleißiges Eichhörnchen sammelt, prüft und sortiert das Supplier-Portal eure Lieferantendaten – strukturiert, automatisiert und nachvollziehbar.
Fehlerhafte Angaben werden früh erkannt, fehlende Informationen nachgefordert und alles sauber vereinheitlicht. So landen geprüfte, vollständige Daten direkt in euren Systemen – etwa PIM oder ERP. Für weniger manuelle Nacharbeiten, klar definierte Prozesse und Lieferanten, die wissen, was gefordert wird.
Wie ein wandelbares Chamäleon passt sich CatalogExpress jeder Datenanforderung an – egal ob von Kunden, Marktplätzen oder Datenpools.
Ihr kombiniert damit Produktdaten aus verschiedenen Quellen, prüft die Inhalte, bringt alles in die passende Struktur und verteilt die aufbereiteten Daten automatisiert. Ob individuelle Kundenanforderungen oder Standards wie BMEcat, ETIM & Co. – CatalogExpress generiert euch passende Produktdaten-Feeds schnell, fehlerfrei und jederzeit wiederverwendbar.
Jan ist seit 2024 bei nexoma. Dem gelernten E-Commerce-Kaufmann sind Produktdaten alles andere als fremd. Als sprachlich versierter Marketing Manager ist Jan außerdem unser Mann für viele Texte (Deutsch und Englisch) und versorgt euch unter anderem mit wissenswerten NEXIpedia- und Newsletter-Beiträgen.
