Composable Commerce ist ein flexibler Ansatz im Online-Handel, bei dem E-Commerce-Plattformen modular aus voneinander unabhängigen Diensten und Systemen zusammengestellt werden. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen dazu.

Composable Commerce bezeichnet einen modularen Ansatz im Online-Handel, bei dem E-Commerce-Plattformen flexibel aus voneinander unabhängigen Diensten und Systemen zusammengestellt werden. Als technologische Grundlage dienen die sogenannten MACH-Prinzipien (Microservices, API-first, Cloud-Native und Headless), über deren offene Schnittstellen alle Komponenten nahtlos miteinander kommunizieren. Diese Architektur bietet euch eine hohe Skalierbarkeit, schnellere Entwicklungszyklen bei neuen Features sowie eine gesteigerte Ausfallsicherheit ohne die Bindung an einen einzigen Anbieter. Das bedeutet für euch: Ihr müsst zwar mehr Aufwand für die Abstimmung der verschiedenen Anbieter einplanen und euer Team mit den neuen Technologien vertraut machen. Aber dafür könnt ihr ganz leicht absolut maßgeschneiderte Funktionen einbauen, die perfekt zu eurem Unternehmen passen.
Composable Commerce (oder auch Composable eCommerce) ist ein moderner Ansatz im eBusiness, der darauf abzielt, die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit von Unternehmen zu steigern. Er basiert auf der Idee, die E-Commerce-Plattform in einzelne, unabhängige Komponenten aufzuteilen, die miteinander kombiniert und angepasst werden können. So können ihr die besten Technologien von verschiedenen Anbietern nutzen, um ein maßgeschneidertes digitales Ökosystem zu schaffen. Composable Commerce verfolgt damit also den Best of Breed-Ansatz.
Hinweis: Redaktionelles Update im August 2028 (Fachlicher Stand: Oktober 202)
Der Composable Commerce entwickelte sich aus den Herausforderungen der monolithischen Architektur und ist eine Weiterentwicklung vom Headless Commerce.
Bei Monolithen bzw. monolithischer Softwarearchitektur werden Anwendungen als homogenes Ganzes gesehen. Das Backend, also die zentrale Schaltstelle der eCommerce-Plattform, die alle Hintergrundprozesse (z.B. Bestellabwicklung) steuert, ist mit dem Frontend, der sichtbaren Oberfläche der eCommerce-Plattform verbunden.
Sämtliche eCommerce-Komponenten wie Zahlungssysteme, Auftragsabwicklung, Lagerverwaltung, Datenanalyse, CMS usw. sind in einem einzigen Code integriert. Das bedeutet, alle Komponenten sind stark miteinander verknüpft und abhängig. Folglich wird es schwierig, sie unabhängig voneinander anzupassen und zu skalieren. Gerade im schnelllebigen eCommerce ist dieser Ansatz nicht mehr zeitgemäß. Wenn beispielsweise ein Online-Shop mit einem monolithischen Ansatz wächst und mehr Nutzer anzieht, kann es schwierig sein, spezifische Teile der Anwendung, wie die Produktsuche oder den Zahlungsprozess, gezielt zu verbessern oder zu skalieren. Engpässen können daher die Folge sein. Daraus erstand dann zuerst der Headless Commerce.
Beim Headless Ansatz oder Headless Commerce sind Frontend (also der „Head“) und Backend voneinander getrennt.
Das Backend bildet den essenziellen Kern der Anwendung. Frontend und verschiedene Drittsysteme (wie ERP, PIM) sind über standardisierte Schnittstellen (APIs) an das Backend angeschlossen. Headless kann auch verschiedene Verkaufskanäle unterstützen. Dadurch kann durch eine einzige E-Commerce-Plattform, eine App, Website, Marktplätze oder eProcurement-Systeme betrieben werden. Mit der Headless Technologie bieten Unternehmen ihren Kunden ein einheitliches Einkaufserlebnis über mehrere Kanäle hinweg.
Durch die Trennung von Frontend und Backend im Headless Commerce, sind Unternehmen deutlich flexibler in der Nutzung und Weiterentwicklung entsprechend relevanter Softwarelösungen.
Composable Commerce hingegen geht jetzt noch einen Schritt weiter. Hier werden die E-Commerce-Plattformen nicht nur in Front- und Backend getrennt, sondern die gesamte Architektur wird in kleinere, unabhängige Komponenten aufgeteilt.
Composable Commerce hingegen geht jetzt noch einen Schritt weiter als Headless Commerce. Denn eim Composable Commerce-Ansatz werden die E-Commerce-Plattformen nicht nur in Front- und Backend getrennt, sondern die gesamte Architektur wird in kleinere, unabhängige Komponenten aufgeteilt.
Damit eine eCommerce-Plattform als Composable Commerce gilt, muss sie vier zentrale Voraussetzungen erfüllen:
Composable eCommerce kann mit den MACH-Prinzipien umgesetzt werden, um eine flexible und modulare E-Commerce-Lösung zu schaffen, die den sich ständig ändernden Anforderungen des Marktes gerecht wird.
MACH steht für:
Die MACH-Prinzipien bilden die Bausteine für euren Composable Commerce. Sie machen verschiedenen eCommerce-Bausteine flexibel, integrierbar und leicht anpassbar, sodass ihr ein maßgeschneidertes Einkaufserlebnis für eure Kunden schaffen könnt.
Der Composable Commerce bietet durch seine Flexibilität zahlreiche Möglichkeiten:
Neben den zahlreichen Chancen solltet ihr auch die Herausforderungen von Composable Commerce betrachten:
Trotz der Herausforderungen bietet Composable Commerce ein enormes Potenzial. Vor allem für Unternehmen, die spezielle oder maßgeschneiderte Funktionen benötigen, können diese leichter durch die Auswahl und Integration geeigneter Komponenten in einer Composable Commerce-Architektur realisieren.
Auf der anderen Seite macht Composable Commerce für kleine Unternehmen oder Unternehmen mit wenig Individualisierungen weniger Sinn. Hier wäre es eventuell besser, auf den monolithischen oder weniger komplexen Headless-Ansatz zu setzen.
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Julia ist seit März 2022 in unserem Marketingteam. Als Bachelor of Arts im Dienstleistungsmarketing versorgt Julia euch u. a. mit Inhalten zu Marketingthemen, Success-Storys und zur NEXIpedia.
