BIM (Building Information Modeling) ist eine ganzheitliche Methode zur digitalen Gebäudeplanung, die häufig von Bauherren, Planern, Architekten und Bauunternehmern genutzt und angefordert wird. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen zu diesem Prozess ganz einfach und verständlich.

BIM (Building Information Modeling) beschreibt einen ganzheitlichen Prozess zur digitalen Erstellung und Verwaltung aller Informationen eines Bauwerks über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg. Als gemeinsame Arbeitsmethode ermöglicht BIM allen Beteiligten – von Architekten über Bauunternehmen bis hin zu Behörden – den standardisierten Datenaustausch über offene Formate wie IFC oder Werkzeuge wie das Common Data Environment (CDE).
Damit die Informationen softwareübergreifend fehlerfrei genutzt werden können, werden Produktdaten mit Attributen angereichert und über Standards wie ETIM oder ECLASS klassifiziert. So könnt ihr Planungsfehler vermeiden, Bauabläufe effizient steuern und Wartungsarbeiten auch nach Fertigstellung des Gebäudes präzise durchführen.
BIM (= Building Information Modeling, deutsch „Gebäudeinformationsmodell“) beschreibt einen ganzheitlichen Prozess bzw. eine Methode, um alle Informationen für ein Bauwerk zu erstellen und zu verwalten. Vereinfacht gesagt handelt es sich um die digitale Darstellung eines jeden Gebäudes (wie etwa eine Produktionshalle oder ein Bürokomplex) mit all seinen Bestandteilen (wie Grundrisse, Ausstattungselemente) und Prozessen (z. B. Wartung) über den kompletten Lebenszyklus hinweg.
Beim BIM greifen alle Baubeteiligten (z.B. Planer, Architekten, Bauherren bzw. Auftraggeber, Bauunternehmer und auch verschiedene Gewerke) auf die gesamte Datenbasis des Gebäudes zu. Damit alle Beteiligten mit ihren unterschiedlichen Plattformen bzw. Softwarelösungen auf die BIM-Inhalte zugreifen können, müssen diese zuvor in ein offenes und standardisiertes Datenformat gebracht werden. Unter anderem wird dafür das IFC-Format verwendet, welches von buildingSMART entwickelt wurde. Damit könnt ihr Bau- und Gebäudemanagementinformationen beschreiben, teilen und mit anderen Beteiligten austauschen.
Hinweis: Redaktionelles Update im September 2026 (Fachlicher Stand: September 2026).
Um ein Bauwerk über den kompletten Lebenszyklus digitalisieren zu können, werden unterschiedliche Informationen wie die folgenden benötigt:
Visuelle BIM-Inhalte sind die digitalen Doppelgänger der tatsächlichen Produkte. Sie lassen sich in zwei Typen untergliedern:
Diese Objekte werden in zwei Kategorien unterteilt: Generische oder Bibliotheksobjekte, die als Platzhalter während der ersten Entwurfsphase dienen und spezifische oder Hersteller-Objekte, die tatsächlichen verwendet werden.
Beim BIM lautet das Motto: „Erst digital planen, dann real bauen.“
Im ersten Schritt werden die Anforderungen des Kunden bzw. Bauherren an sein Eigenheim daher in einer Datenbank definiert. Beispielsweise möchte er einen offenen Wohn-/Ess-/Küchenbereich und ein Badezimmer mit Whirlpool-Badewanne und begehbarer Dusche. Außerdem wünscht er sich noch ein Schlafzimmer mit begehbarem Kleiderschrank und eine große Terrasse.
Auf Basis dieser Anforderungen erstellt das Planungsteam dann einen Entwurf zum Gebäude: Es wird dafür mit zahlreichen digitalen Objekten in der Planungssoftware nachgebildet und mit Informationen angereichert. Bei der Planung eines Fensters fügt die Planungssoftware zum Beispiel automatisch Infos zur Lage des Fensters hinzu. Anschließend pflegt das Planungsteam weitere Informationen bzw. Anforderungen zu den Maßen, der Materialart, den Beschlägen, der Oberfläche, der Farbe und zum Wärmedurchgangskoeffizienten.
Anschließend platziert der Architekt das generierte BIM dann auf einer digitalen Karte. Dadurch weiß der Bauunternehmer sofort, wo das Haus gebaut werden soll.
Der Bauunternehmer bzw. das Projektorganisations-Team nutzt das fertige BIM-Modell nun, um Angebote einzuholen. Anschließend kann dann eine erste Kostenabschätzung erfolgen. Nach der Beauftragung werden weitere Informationen zu den Bauelementen (z. B. das genaue Modell der Dachziegel) im BIM ergänzt. Anschließend werden die Gewerke für den Bau geplant und koordiniert. Anders gesagt: Das BIM ist kein starres Gebilde, sobald es einmal existiert: Es kann im Prozess um weitere dazugehörige Elemente angereichert werden. Übrigens: Neben den Projektkosten können über das BIM auch Lebenszykluskosten, Energiewerte und andere Umweltfaktoren für Zertifizierungen analysiert werden.
Sobald die Planung und Organisation des Gebäudes über das BIM fertiggestellt wurden, wird das angereicherte BIM an die Baubehörden vor Ort gesendet, damit diese die Baugenehmigung erteilen können.
Wie bereits erläutert wird das BIM über den gesamten Lebenszyklus eines Bauobjekts verwendet – also auch nach der Fertigstellung des eigentlichen Gebäudes. Das kann der Fall sein, wenn beispielsweise eine Tür nach einigen Jahren beschädigt wurde. Mithilfe des BIM kann der Haustechniker oder Hausbesitzer per Handy dann die Türe identifizieren und den Schaden erfassen. Der Vorteil: Es liegen sofort sämtliche Informationen über Hersteller, Modell und Farbe der Tür zentral an einer Stelle vor. Umso leichter und schneller kann Ersatz bestellt werden. Auch die anschließende Reparatur des Schaden durch einen Fachmann und etwaige neue Angaben werden dann wieder ins BIM eingetragen, um den Datensatz immer aktuell zu halten.
Damit BIM so erfolgreich in der Praxis funktionieren kann, lohnt sich ein genauerer Blick hinter die Arbeitsweisen und Anforderungen. Denn: BIM ist nicht gleich BIM! Es gibt verschiedene BIM-Arten bzw. Arbeitsweisen, die unterschiedliche Schwerpunkte verfolgen:
Um sicherzustellen, dass BIM-Modelle alle notwendigen Informationen enthalten, die für die Planung, Ausführung und Instandhaltung von Bauwerken benötigt werden, gibt es bestimmte Anforderungen:
Zusätzlich zu den genannten Inhalten umfassen die AIA auch Informationen zu verschiedenen Aspekten der Modellierung, wie das
Außerdem gehören zum BIM Aspekte wie der
Damit BIM in der Praxis funktioniert, muss jeder Baubeteiligte Zugriff darauf haben. Nur dann gelingt ein flüssiger BIM-Datenaustausch verschiedener Inhalte. Neben dem Zugriff ist aber auch die Datenqualität und Datenpflege an sich ein essenzieller Grundpfeiler: CAD-Zeichnungen oder etwa technische Informationen und Materialbeschreibungen müssen vorhanden sein, damit sie Teil eines kohärenten, aussagekräftigen BIM-Datensatzes sind.
Aber wie bzw. wo werden BIM-Datensätze gepflegt? Ein wesentlicher Bestandteil des BIM-Datenmanagements ist das Common Data Environment (CDE), welches als zentrales Datenmanagement-System dient. Im CDE können alle am Building Information Modeling-Prozess beteiligten Parteien auf eine gemeinsame Datenbasis zugreifen und somit eine reibungslose Zusammenarbeit und Datenaustausch gewährleisten.
Ein CDE ist also ähnlich wie ein PIM-System (Product Information Management), das für die zentrale, einheitliche und abteilungsübergreifende Pflege von Produktinformationen ausgelegt ist. Übrigens: Mehr zum Thema PIM und der Implementierung eines solchen Systems erfahrt ihr auf unserer dazugehörigen Leistungsseite:
Da beim BIM der Austausch vieler unterschiedlicher Inhalte notwendig ist, ist der einheitliche Datenaustausch mithilfe bestimmter Datenformate und Standards wichtig. Dazu gehören:
Im BIM werden unterschiedliche Daten, wie Daten für die Komponenten des Heizsystems, für Trink- und Abwasser gepflegt. Damit all diese Daten nach einheitlichen Definitionen und Kriterien für alle Akteure verständlich und vergleichbar bleiben, geben Klassifizierungen und Richtlinien standardisierte und einheitliche Beschreibungen und Leitlinien der BIM-Inhalte vor. So wird der Datenaustausch zwischen verschiedenen Softwareanwendungen und Projektbeteiligten erleichtert – und gleichzeitig lassen sich dadurch Fehler minimieren.
Beachtet dabei: Je nach BIM-Projekt gibt es ganz unterschiedliche Anforderungen an die Datenaustauschformate und Klassifizierung der Produktdaten. Folgende Richtlinien und Klassifikationssysteme werden dabei häufig eingesetzt:
Ihr möchtet mehr zum Thema „Klassifikationen“ wie ETIM oder ECLASS erfahren – und wie ihr sie verarbeiten bzw. generieren könnt? Hier findet ihr weitere wissenswerte Informationen:
BIM bietet euch viele Vorteile – unter anderem diese:
Neben diesen und weiteren Vorteilen solltet ihr aber auch potenzielle Herausforderungen für die BIM-Implementierung im Blick behalten, um sie aktiv verhindern bzw. lösen zu können. Hier einige Aspekte im Überblick:
Auch in der Baubranche wird alles digitaler und zunehmend vernetzter. Daher ist das Building Information Modeling (BIM) längst nicht mehr die Ausnahme – sondern die Regel für diverse Bauprojekte. Das zeigt sich auf auf gesetzlicher Ebene: Für die Vergabe öffentlicher Aufträge im Infrastrukturbau und im infrastrukturbezogenen Hochbau gilt in Deutschland bereits seit Jahren eine verbindliche BIM-Pflicht. Nur so lassen sich zukunftsfähige Ausschreibungen sichern und neue Projekte erfolgreich abwickeln.
BIM-Portal des Bundes: Mit dem BIM-Portal des Bundes steht eine zentrale Plattform bereit, die den Wissensaustausch fördert und verbindliche Standards schafft. Über Hilfsmittel wie standardisierte Klassifikationen, normierte Merkmale, Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) und einheitliche Objektvorlagen können Auftraggeber ihren Informationsbedarf präzise definieren – und Auftragnehmer passgenaue digitale Modelle liefern. Ziel ist ein einheitlicher Standard für mehr Effizienz und Qualität über alle Bauphasen hinweg.
Zusätzlich zu diesem Portal gibt es auch ganz allgemeine Trends und Entwicklungen, die das BIM im 21. Jahrhundert stark prägen. Kurz gesagt: Die BIM-Entwicklung verschiebt sich vom bisherigen reinen 3D-Konstruktionsmodell hin zu einem kontinuierlichen, datengetriebenen Informationsmanagement über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks. Dabei spielen unter anderem diese Aspekte eine maßgebliche Rolle:
All das führt zu einer wesentlichen BIM-Voraussetzung: Wer als Bauprodukthersteller oder ausführendes Bauunternehmen wettbewerbsfähig bleiben möchte, muss nicht nur die einzelnen Prozessschritte beherrschen – sondern überhaupt BIM-fähige Daten verarbeiten, aufbereiten und bereitstellen können. Aber keine Sorge: Für Datentransformationen, Datenveredelungen sowie für die Verarbeitung und Generierung wichtiger Formate bzw. Standards gibt es spezialisierte Softwarelösungen.
Wenn ihr das erste Mal ein BIM-Projekt starten möchtet, solltet ihr euch nicht nur mit Daten und Modellen auseinandersetzen – sondern auch mit Prozessen, Arbeitsabläufen und unterstützender Software.
Folgende fünf Schritte helfen euch dabei, Building Information Modeling richtig zu implementieren:
Ein digitales Gebäudemodell (BIM) lebt von erstklassigen Daten – schließlich steht das „I“ in BIM nicht ohne Grund für „Information“. Anders gesagt: Erst präzise, herstellerseitige Produktinformationen mit tiefen technischen Attributen und standardisierten Klassifizierungen machen ein BIM-Modell für Planer, Architekten und Bauunternehmer nutzbar.
Genau hier liegt unsere Kernkompetenz: Als Spezialist für Produktdatenmanagement liefern wir mit unseren Softwarelösungen das informationstechnische Fundament. Unsere SaaS-Tools sorgen dafür, dass die notwendigen Produktdaten fehlerfrei fließen, automatisiert veredelt werden und exakt in den benötigten Branchenplattformen und Datenpools ankommen.
Klingt spannend? Hier erfahrt ihr mehr:
Die Qualität eurer BIM-Daten entscheidet sich oft schon beim Einlesen: Müssen Daten von unterschiedlichen Zulieferern eingesammelt werden, droht schnell Datenchaos.
Unser cloudbasiertes Lieferantenportal „Supplier-Portal“ sorgt hier für eine saubere, automatisierte Datenbasis:
Sobald die Produktdaten gepflegt sind, müssen sie an die verschiedenen Planungs- und Einkaufsplattformen der Baubranche verteilt werden. Als anpassungsfähige SaaS-Middleware übernimmt CatalogExpress diese automatisierte Ausleitung:
Julia ist seit März 2022 in unserem Marketingteam. Als Bachelor of Arts im Dienstleistungsmarketing versorgt Julia euch u. a. mit Inhalten zu Marketingthemen, Success-Storys und zur NEXIpedia.
