BMDG (Building Master Data Guideline) ist ein Datenstandard für die Haustechnikbranche, der häufig von Großhändlern und Branchenportalen (wie building-masterdata.com) angefordert wird. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen zu diesem Standard ganz einfach und verständlich.

Die BMDG (Building Master Data Guideline) ist ein von der ARGE Neue Medien entwickelter, internationaler Datenstandard. Er besteht aus acht verknüpften CSV-Dateien. Mit der BMDG können Hersteller, Lieferanten und Händler Produktstammdaten in der Haustechnikbranche einheitlich, konsistent und fehlerfrei untereinander austauschen. Als Datenlieferanten generiert ihr den BMDG-Standard beispielsweise, um Datenanforderungen von Großhändlern, Datenpools, Plattformen oder Marktplätzen zu entsprechen. Besonders relevant ist der Standard, weil er sich optimal mit der international anerkannten ETIM-Klassifikation kombinieren lässt. Dadurch erreicht ihr eine eindeutige Zuordnung bzw. Kategorisierung der Produkte. Da die manuelle Erstellung der strikt vorgegebenen CSV-Strukturen sehr komplex ist, greifen Unternehmen für die BMDG-Erzeugung häufig auf spezialisierte Data-Syndication-Software wie CatalogExpress zurück.
Die Abkürzung BMDG steht für „Building Master Data Guideline“. Dabei handelt es sich um einen von der ARGE Neue Medien e. V. entwickelten Datenstandard (bzw. eine Datenqualitätsrichtlinie). Die ARGE Neue Medien ist ein Zusammenschluss von mehr als 100 Markenherstellern der Haustechnikbranche.
Hersteller und Händler tauschen ihre Produktdaten durch den BMDG-Datenstandard einheitlich und leichter aus. Die BMDG unterstützt zusätzlich die international anerkannte Klassifikation eurer Produktstammdaten gemäß ETIM. Dadurch könnt ihr als Hersteller Produktstammdaten eindeutig nachvollziehbar für Datenempfänger (B2B-Kunden, Großhändler, Datenpools, Plattformen, Marktplätze…) klassifizieren.
Gleichzeitig könnt ihr euch als Großhändler auf eine hohe Produktdatenqualität bei Datenlieferungen an euch verlassen. Das hilft euch bei der korrekten Datenpflege, etwa im eigenen PIM-System. Zudem ermöglichen euch die einheitlichen BMDG-Produktdaten eine ganzheitliche Produktpräsentation auf verschiedenen eBusiness-Verkaufskanälen wie etwa 1WorldSync (ehemals atrify), 2BA/InstallData, Amazon, ARGE Neue Medien, ausschreiben.de, BEGROS, building-masterdata.com, Conrad, eBay, ELGATE, Galaxus, GS1, Heinze-Lieferantenportal, Mercateo / Unite, Mirakl, Open Datacheck, OTTO, das SAXo-Portal, SAP Ariba, Shopware und simple system.
Neben anderen Plattformen fordert primär das ebenfalls von der ARGE Neue Medien entwickelte SHK-Branchenportal „building-masterdata.com“ den BMDG-Standard.
Die ARGE Neue Medien stellt euch den Datenstandard frei zugänglich im CSV-Format bereit.
Hinweis: Redaktionelles Update im Juni 2026 (Fachlicher Stand: Juni 20256).
Seit BMDG 2.0 besteht der Standard aus insgesamt acht CSV-Dateien. Die BMDG-CSV-Dateien sind entweder als
Jede der acht CSV-Dateien ist auf unterschiedliche Produktinformationen ausgelegt. Die Spaltennamen sind zwar standardisiert in Englisch angegeben; ihr könnt die Artikelangaben aber in der jeweiligen Landessprache eintragen.
Auch einzelne Elemente innerhalb dieser CSV-Dateien können jeweils als M, C oder O gekennzeichnet sein. Bedingte Elemente (C) hängen oft von anderen Angaben ab: Falls beispielsweise Element A ausgefüllt wird, muss das darauf verweisende Element B dann auch ausgefüllt werden. Im Fall von BMDG 3.0 sind es drei Pflicht-CSVs (Header, Article und Specifications) und fünf optionale CSV-Dateien. Beachtet dabei auch: Innerhalb optionaler CSV-Dateien können trotzdem auch Pflichtspalten auftauchen! Sofern ihr also eine optionale CSV-Datei ausfüllt, müsst ihr dann auch unbedingt diese Pflichtspalten befüllen.
Jede BMDG-CSV-Datei enthält zwei standardisierte Kopfzeilen. Die erste Kopfzeile gibt immer das jeweilige Element an. Ab BMDG 3.0 sind die Angaben in der zweiten Kopfzeile genauer definiert. Sie muss nun zwingend eindeutige Feldkennungen (Unique Identifiers) wie „MDF0001“ für SUPPLIER_NAME enthalten. Diese Kennungen ermöglichen allen Dateinutzern eine klare Identifizierung der einzelnen Elemente und erleichtern deren Zuordnung.
Gut zu wissen: Mit BMDG 3.0 wurde der Integer-Datentyp abgeschafft. Werte, die früher als Integer angegeben wurden, müsst ihr nun also im Nummernformat mit Dezimalstellen angeben (z. B. „9,0“ statt „9“). Zudem wurden alte Wertelisten durch neuere Varianten ersetzt, um die Angaben zu vereinfachen und weiter zu standardisieren.
Hier ein exemplarischer Ausschnitt aus der BMDG Header.CSV:

Die gefetteten ersten beiden Zeilen sind die standardisierten Kopfzeile. Ab Zeile drei könnt ihr dann die Produktdaten eintragen
Die acht spezifischen CSV-Dateien sind seit BMDG 3.0 so unterteilt:
Die goldene Regel der Bereitstellung für euch: Auch wenn es separate Dateien sind, müsst ihr immer alle acht CSVs gemeinsam bereitstellen. Das bedeutet: Selbst wenn ihr die optionalen CSV-Dateien für eure Produktdaten gar nicht benötigt, müsst ihr diese (bis auf die zwei Standard-Kopfzeilen) leeren Dateien zwingend mitliefern.
Achtung bei den optionalen Dateien: Entscheidet ihr euch dafür, eine der optionalen CSV-Dateien auszufüllen, können innerhalb dieser Datei dennoch spezifische Pflichtspalten (Mandatory) auftauchen. Füllt ihr also eine optionale CSV aus, müsst ihr diese Pflichtfelder auch zwingend ausfüllen.
Daten könnt ihr einzeilig oder mehrzeilig hinterlegen, je nach Definition in den CSV-Tabellen.
Diese CSV-Datei ist verpflichtend (M) und enthält allgemeine Kopfdaten zur Datenlieferung. Besonders ist bei dieser CSV, dass sie nur aus einer Datenzeile unterhalb der zwei Kopfzeilen bestehen darf. Sie enthält mehrere Spalten, unter anderem
Ab BMDG 3.0 wurde z.B. das zusätzliche Pflichtfeld MEASUREMENT_SYSTEM [MDF0500] (M, max. 8 Zeichen, gemäß Value List 5.3 “ = Angabe, welches Maßeinheitssystem verwendet wird (METRIC oder IMPERIAL) zur näheren Spezifizierung des jeweiligen Maßeinheitssystems neu eingeführt.
Auch diese CSV ist verpflichtend (M). Sie enthält detaillierte Angaben zu jedem Artikel. Zu beachten ist dabei, dass pro Artikel immer nur eine Zeile angegeben werden darf. Unter anderem enthält diese CSV Spalten wie
BMDG 3.0 hat die einzelnen konditional-optionalen Angaben
entfernt und stattdessen die neue optionale „Sammel-Angabe“ NET_VOLUME [MDF0503] (O, maximal 16,3 Zeichen) ergänzt. Die hier verwendete Maßeinheit bezieht sich auf die zuvor genannten Spalte „MDF0500 MEASUREMENT_SYSTEM“.
Zudem muss im neuen Pflicht-Feld ARTICLE_STATUS [MDF0501] der Zustand eines Produkts genau spezifiziert werden. Dazu ermöglicht die neue Value List 5.9 verschiedene Angaben wie NEW, ACTIVE, EXPIRING oder EXPIRED – jeweils nach spezifischen, dort angegebenen Zustandsdefinitionen.
Diese optionale CSV bietet ergänzende Beschreibungen zu Artikeln. Dazu gehören zum Beispiel kurze Beschreibungen, die Händler etwa in ihrem ERP-System hinterlegen können. Falls diese CSV ausgefüllt wird, dürfen Pflicht-Angaben dort nur jeweils in einer Zeile pro Artikel angegeben werden. Beispiele:
BMDG 3.0 ermöglicht außerdem ergänzende Marketing-Angaben im neuen optionalen Feld
TEXT_USP [MDF0506] (O, maximal 10000 Zeichen = Hier kann der Unique Selling Point, also der USP eines Produkts ausführlich erklärt werden. Die Formatierung im HMTL-Format ist zwingend erforderlich).
In dieser optionalen CSV-Datei stehen Angaben zu den Verpackungseinheiten. Sofern diese CSV mit Angaben befüllt wird, sind hier in den Pflichtfeldern auch mehrzeilige Angaben erlaubt. Unter anderem beinhaltet sie:
Analog zur BMDG 3.0-Änderung in der Article.CSV (Wegfall von einzelnen Dimensionsangaben zugunsten einer Sammelangabe, siehe oben) wurde dieselbe strukturelle Vereinfachung auch für die Verpackungseinheiten eingeführt.
In Fall dieser CSV-Tabelle sind diese Spalten zugunsten der neu hinzugefügten optionalen Spalte PACKAGING_UNIT_VOLUME (MDF0508; maximal 16,3 Zeichen, nimmt Bezug auf MDF0500 MEASUREMENT_SYSTEM) weggefallen:
In dieser optionalen CSV-Tabelle können Anwender zusätzliche Anhänge zu Artikeln mitliefern. Das können zum Beispiel zusätzliche Assets wie z.B. Bilder sein. Sofern die Tabelle gefüllt wird, müssen auch hier die jeweiligen Pflichtfelder gefüllt werden. Unter anderem enthält diese Datei folgende Spalten:
Mit der Einführung von BMDG 3.0 wurde diese optionale Spalte ergänzt:
Diese Tabelle ist verpflichtend. Das heißt, sie muss immer ausgefüllt mitgeliefert werden. Auch hier sind mehrzeilige Angaben pro Artikel möglich. Diese CSV ist dafür gedacht, besondere Spezifikationen zu den Artikeln anzugeben, darunter auch klassifikationsbezogene Angaben sowie Informationen gemäß Regulatorien bzw. Verordnungen wie REACH. Diese Abkürzung steht für „Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals“ (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe). Dabei handelt es sich um eine Verordnung der Europäischen Union, die den Umgang mit Chemikalien in der EU reguliert. Laut dem Umweltbundesamt müssen Unternehmen ihre Kunden darüber informieren, wenn Artikel solche Gefahrenstoffe in bestimmten Mindestmengen enthalten.
Wichtig zu beachten ist hier daher auch, dass pro Artikel immer die Angaben HAZARDOUS_GOODS IDENTIFICATION, REACH IDENTIFICATION sowie ECHA_DB IDENTIFICATION verpflichtend ist. Hier drei Beispielfelder:
In dieser optionalen CSV-Datei können Beziehungen zwischen Artikeln angegeben werden, etwa Nachfolge- oder Ersatzteilnummern. Auch hier sind mehrzeilige Angaben erlaubt. Es gibt unter anderem diese Felder:
Falls diese optionale CSV-Datei ausgefüllt wird, sind alle Spalten verpflichtend. Diese CSV gibt in erster Linie länderspezifische Anforderungen und Daten an, die für den jeweiligen Markt relevant sind. Zum Beispiel können für Deutschland nur Ländercodes mit „DE“ verwendet werden. Das können zum Beispiel spezifische Zertifizierungen sein. Auch hier können mehrzeilige Informationen hinterlegt werden. Neben der SUPPLIER_ARTICLE_NUMBER gibt es noch die beiden Spalten
In BMDG 3.0 sind bisherige Ländercodes wie „DE“ für Deutschland zwar weiterhin gültig. Allerdings werden jetzt nur noch standardisierte Ländercode-Angaben gemäß der ISO 3166-1 alpha-2 Codes akzeptiert. Eigene Länderkürzel (z.B. „DEU“) sind also nicht mehr zulässig. BMDG 3.0 empfiehlt zudem ausdrücklich, dass nur Ländercodes (z.B. „DE“) genutzt werden sollten, die auch im Feld COUNTRY [MDF0007] (siehe Header.CSV) angegeben wurden.
Neu hinzugekommen sind außerdem die Gebietsangaben
Wichtig: Diese beiden neuen Ländercodes ‚EU‘ oder ‚ZZ‘ nicht direkt für die Datenbereitstellung an Plattformen wie 2BA oder FAB-DIS verwendet werden, da diese Plattformen immer spezifische Länderangaben wie ‚DE‘ fordern.
Zudem erläutert die ARGE-Website diese und weitere Details in der dort downloadbaren BMDG-Guideline.
Die ARGE Neue Medien führte den BMDG-Standard im August 2022 mit Version 1.0 ein. Im Dezember 2022 folgte Version 2.0. BMDG 2.1 erschien im Juni 2023.
Am 01.12.2024 wurde die aktuelle Version BMDG 3.0 veröffentlicht. Sie enthält einige Änderungen im Bezug auf lokale Richtlinien (darunter etwa das niederländische Portal 2BA, der französische Datenstandard FAB-DIS, die Datenqualitätsrichtlinie DQR oder auch ETIM xChange als weltweit genutzter Standard).
Die Änderungen basieren auf Feedback aus der Praxis und Kooperationen mit internationalen SHK-Branchenteilnehmern.
Wichtig: Die Nutzung der jeweils aktuellen Version ist verpflichtend, um so die Konsistenz und Qualität der Daten sicherzustellen.
Bereits einige Jahre vor der Veröffentlichung des BMDG-Standards im Jahr 2022 entwickelte die ARGE Neue Medien die „DQR“ („Datenqualitätsrichtlinie“). Auch diese Richtlinie definiert klare Anforderungen, um präzise, konsistente und vollständige Produktstammdaten in der Haustechnikbranche sicherzustellen.
Doch worin liegen die Unterschiede zwischen BMDG und DQR?
Aktuell existieren beide Datenqualitätsstandards parallel. Unternehmen, die vorwiegend auf dem deutschen Markt agieren, nutzen häufig weiterhin die DQR, während international eher BMDG Anwendung findet.
Hinweis: Die bisher gültige DQR-Version 9.0 verliert zum 30.09.2025 ihre Gültigkeit und wird von der im April 2025 eingeführten DQR-Version 10.0 abgelöst.
Die DQR-Version 10.0 brachte gegenüber der Vorgängerversion verschiedene Neuerungen, unter anderem:
Die erwähnten Eigenschaften des BMDG-Datenstandards haben bereits einige Benefits für die SHK-Branche aufgezeigt. Als Datenqualitätsrichtlinie bietet BMDG allen Akteuren vom Hersteller über den Großhändler bis hin zum Endkunden große Vorteile. Hier eine kleine Auswahl pro Beteiligten:
Der BMDG-Datenstandard bringt für Unternehmen zwar zahlreiche Vorteile, kann aber auch einige Herausforderungen mit sich bringen. Hier folgen einige verbreitete Herausforderungen und Vorschläge, wie Unternehmen der SHK-Branche mit ihnen umgehen können:
Das eigene Produktdatenmangement (kurz PDM) spielt als übergreifendes Konzept einer erfolgreichen Datenverwaltung eine wichtige Rolle im eBusiness. Doch was ist eigentlich mit diesem Begriff gemeint?
PDM umfasst dabei die gesamte Datenverwaltung von der Entwicklung eines Produkts bis hin zu seiner Markteinführung. Im eBusiness ist das eigene Produktdatenmanagement essenziell wichtig, um eine erfolgreiche Produktdatenverwaltung sowie Datenbereitstellung zu gewährleisten. Neben der Nutzung im eigenen Onlineshop sind qualitativ hochwertige Produktdaten auch für externe Datenempfänger wie Marktplätze und B2B-Plattformen relevant. Dazu gehören etwa Amazon, AUSSCHREIBEN.DE, building-masterdata.com, Conrad, eBay, Galaxus, Mercateo Unite, Open Datacheck, oder simple system. Dabei spielen Fragen wie
eine wichtige Rolle.
Produktdatenmanagement ist daher nicht nur im Sinne eines erfolgreichen Feed-Managements (inklusive einer optimalen Data-Syndication) besonders wichtig, sondern auch im Vorfeld auch bereits für die Datenhaltung in eigenen PIM-,ERP-,DAM- oder MDM-Systemen.
Hersteller, die ihre Produktstammdaten gemäß der Datenqualitätsrichtlinie BMDG bereitstellen, profitieren dabei von aktuellen, ganzheitlich gepflegten und konsistenten Produktstammdaten in eigenen Systemen. Anders gesagt: Eine professionelle Datenverwaltung und Datenpflege gestaltet die Generierung des BMDG-Datenstandards und dessen Bereitstellung etwa über building-masterdata.com leichter und schneller.
Für ein erfolgreiches Produktdatenmanagement sind also Aspekte wie etwa eine hohe Datenqualität sowie Datenkonsistenz, die zentrale Datenpflege (Single Point of Truth, etwa in einem PIM-System) und die Vermeidung von Datensilos entscheidende Faktoren.
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Jan ist seit 2024 bei nexoma. Dem gelernten E-Commerce-Kaufmann sind Produktdaten alles andere als fremd. Als sprachlich versierter Marketing Manager ist Jan außerdem unser Mann für viele Texte (Deutsch und Englisch) und versorgt euch unter anderem mit wissenswerten NEXIpedia- und Newsletter-Beiträgen.
