Die Datenqualitätsrichtlinie (DQR) ist ein zentraler Branchenstandard für Produktdaten, der im SHK-Bereich zwingend vom Großhandel und zentralen Branchenplattformen angefordert wird. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen zu diesem Standard ganz einfach und verständlich.

Die Datenqualitätsrichtlinie (DQR) ist der zentrale Branchenstandard für Produktdaten in der Sanitär-, Heizungs- und Klimabranche (SHK). Dieser Datenstandard definiert einheitliche Qualitätskriterien für Artikelstammdaten, wobei der Austausch vorrangig über XML, CSV und Excel erfolgt. Als Hersteller nutzt ihr die DQR, um eure Produktdaten fehlerfrei an Großhändler, Handwerker und Planer zu übermitteln. Das primäre Ziel ist also ein einheitlicher Datenaustausch, um eure eBusiness-Prozesse über alle Vertriebsstufen hinweg spürbar zu optimieren.
Die Datenqualitätsrichtlinie dient als zentrales Regelwerk für euren Produktdatenaustausch und nutzt dafür feste Formate wie CSV, Excel oder XML. Die Richtlinie gibt euch genaue inhaltliche Strukturen vor und definiert zudem strikte Qualitätskategorien für eure Lieferungen. Diese Kategorien reichen von Stufe 1 („technisch erforderlich“) bis Stufe 5 („optional“). Dadurch harmonisiert sie den Datenaustausch zwischen Industrie, Handel und Handwerk aus der SHK-Branche effektiv.
Die Richtlinie blickt bereits auf eine über 20-jährige Historie zurück. Der „Arbeitskreis Normierung Stammdaten“ entwickelt den Standard dabei kontinuierlich weiter. Zu den Initiatoren gehören wichtige Branchenverbände, wie etwa die ARGE Neue Medien und der Deutsche Großhandelsverband Haustechnik (DG-Haustechnik). Zudem sind der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und der Bundesverband Bausoftware (BVBS) maßgeblich beteiligt.
Als primäre Nutzergruppen bereiten die Hersteller ihre Daten zunächst DQR-konform auf. Anschließend rufen Großhandel und Handwerk diese Daten ab, um ihre täglichen Bestell- und Planungsprozesse reibungslos abzuwickeln.
Die von der ARGE Neue Medien entwickelte DQR ist als etablierte Qualitätsrichtlinie primär auf den nationalen Markt in Deutschland ausgerichtet. Um auch globale Anforderungen an Produktstammdaten optimal abzudecken, hat die ARGE im Jahr 2022 zusätzlich die BMDG (Building Master Data Guideline) für den internationalen Einsatz veröffentlicht.
Aktuell existieren beide Standards parallel: Auf dem deutschen Markt nutzen Unternehmen häufig weiterhin die DQR, während international die BMDG gefordert wird. Der große Vorteil für euer Produktdatenmanagement: Da die neue DQR 11.0 viele Vorgaben (wie die Klassifikation nach ETIM 9/10, neue rechtliche Attribute wie EUDR und EDA oder SVG-Bilder) zwingend vorschreibt, bereitet euch eine saubere Produktdatenpflege bereits optimal auf die internationalen Anforderungen der BMDG vor.
Hinweis: Redaktionelles Update im Juni 2026 (Fachlicher Stand: Juni 2026).
Wenn ihr eure Produktdaten konsequent nach den Vorgaben der DQR aufbereitet, sichert ihr euch handfeste Wettbewerbsvorteile im Vertrieb:
Ein fester Veröffentlichungsrhythmus bietet euch die nötige Planungssicherheit für eure Datenpflege- und -aufbereitung. Die Verabschiedung neuer Versionen erfolgt meist zum 31. Dezember, damit sie am 31. März oder 1. April des Folgejahres in Kraft treten können. Danach läuft die Vorversion nach einer angemessenen Übergangszeit (beispielsweise bei DQR 10 zu DQR 11 zum 30. September 2026 aus.
Besonders wichtig für eure Datenlieferungen: Die DQR 11 unterstützt nur noch die Klassifikationen nach ETIM 9, ETIM 10 und künftig ETIM 11. Alte ETIM-8-Daten sind damit nicht mehr zulässig! Da ihr eure Produktdaten also regelmäßig auf die neuesten ETIM-Versionen updaten und mappen müsst, lohnt sich der Einsatz einer intelligenten Middleware wie CatalogExpress, die solche Versionswechsel bei euren Datenlieferungen komplett automatisiert im Hintergrund erledigt.
Wer als Hersteller im SHK-Bereich seine Produkte beim Großhandel listen möchte, kommt an der DQR praktisch nicht vorbei. Im sogenannten dreistufigen SHK-Vertrieb (die Lieferkette von der Industrie über den Großhandel bis zum Handwerk) ist dieser Standard ein absolutes Muss.
Der Großhandel fordert eure Produktdaten zwingend nach DQR-Vorgaben an und nutzt dafür zentrale Branchenplattformen wie Open Datacheck oder building-masterdata.com (von der ARGE Neue Medien). Diese Portale dienen als Schnittstelle, um Produktdaten mit dem Großhandel auszutauschen. Eure eKataloge werden dort streng geprüft – und die Ergebnisse fließen direkt in die eben erwähnte Scorecard ein, die über eure erfolgreiche Listung beim Handel entscheidet.
Um die genannten Anforderungen zu erfüllen, erfordert die DQR eine exakte Datenstruktur. Euer Katalog gliedert sich dafür zunächst in Kopfdaten und Artikelgrunddaten, worauf detaillierte Lang- und Dimensionstexte folgen. Wichtig sind zudem spezifische Attribute, Preise, Medien und Dokumente. Den strukturellen Abschluss bilden schließlich Logistikdaten und Ersatzteillisten.
Gerade bei den Attributen fordert die DQR mittlerweile viele rechtliche Angaben, die korrekt übermittelt werden müssen. Dazu gehört beispielsweise die EPREL-Registrierungsnummer. EPREL ist die europäische Produktdatenbank zur Energieverbrauchskennzeichnung. Ebenfalls wichtig ist die EUDR-Kennzeichnung. EUDR ist die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten, die nachhaltige Rohstoffe sicherstellt. Auch der EDA wird ab der Version 11.0 abgebildet. EDA steht für den EU Data Act, der den fairen Zugang zu vernetzten Daten regelt.
Die in der DQR geforderten Nachhaltigkeits- und Compliance-Attribute (wie die besagten EPREL, EUDR oder neue EPD-Umweltdeklarationen) greifen gleichzeitig einer großen kommenden Herausforderung für viele Unternehmen aktiv vor: der neuen EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR). Diese Verordnung macht nämlich den Digitalen Produktpass (DPP) in Zukunft für viele Produktgruppen zur Pflicht.
Der DPP fungiert als digitaler „Lebenslauf“ eines Produkts und bündelt alle relevanten Umwelt- und Kreislaufdaten. Da die Daten für den Pass zwingend maschinenlesbar und in offenen Formaten vorliegen müssen, ist ein professionelles Produktdatenmanagement entscheidend. Die strenge DQR stellt also sicher, dass eure Stammdaten bereits heute exakt strukturiert gepflegt werden, wie sie voraussichtlich in Teilen für den kommenden DPP notwendig sein werden. Mehr dazu lest ihr übrigens in unserem Glossar-Beitrag „DPP – Digitaler Produktpass einfach erklärt„.
Die DQR bringt konkrete Herausforderungen für euer Produktdatenmanagement mit sich. Bei der Datenpflege gilt das klassische „Shit in, Shit out“-Prinzip: Wenn ihr eure Produktdaten nicht bereits im Quellsystem (wie eurem PIM) exakt und lückenlos pflegt, werden diese fehlerhaften Informationen automatisch an alle angebundenen Händler weiterverteilt. Solche unvollständigen Quelldaten fallen dann bei den strengen Plattformprüfungen unweigerlich durch – und verhindern umsatzstarke Produktlistungen.
Eine riesige Hürde sind dabei historisch gewachsene Datensilos. In der Theorie dient ein PIM (Product Information Management) als „Single Point of Truth“. In der Realität sind eure Informationen jedoch oft verstreut: Preisdaten stecken im ERP, technische Spezifikationen liegen in Excel-Listen und Lieferanten schicken euch beim Data-Onboarding unstrukturierte Dateien in unterschiedlichsten Formaten. All diese Daten müsst ihr fehlerfrei zusammenführen und komplexe DQR-Abhängigkeiten abbilden – etwa bei Logistischen Sets (LOS), die mehrere Artikel zu einer Bestelleinheit zusammenfassen, oder bei detaillierten Verpackungseinheiten (VPE).
Hinzu kommt der ständige Update-Zwang durch Versionswechsel. Ein gutes Beispiel: Die DQR 11.0 unterstützt nur noch die Klassifikationen nach ETIM 9, 10 und künftig 11. Wer seine Daten noch auf ETIM 8 gepflegt hat, bekommt bei seinen aktuellen Lieferungen ein massives Problem.
All diese verstreuten Quellen zusammenzuführen und manuell nach den strikten Formaten der DQR aufzubereiten, wird für Unternehmen schnell zu einer echten Mammutaufgabe. Ohne intelligente Software-Unterstützung ist dieser Aufwand kaum noch zu bewältigen.
Ihr erhaltet Produktdaten unter anderem im DQR-Standard und möchtet diesen verarbeiten können? Oder ihr möchtet eure Produktdaten passend für den DQR-Standard aufbereiten, prüfen und automatisiert an diverse Zielkanäle verteilen? Das und viel mehr ermöglichen euch unsere flexiblen SaaS-Softwarelösungen.
Klingt spannend? Hier erfahrt ihr mehr:
Sammelt ihr regelmäßig Daten von Lieferanten ein? Unsere Data-Onboarding-Software verhindert fehlerhafte Datenlieferungen zuverlässig direkt an der Quelle. Das Supplier-Portal validiert eingehende Lieferantendaten vollautomatisiert und kann spezifische DQR-Anforderungen (wie ETIM-Klassen oder rechtliche Attribute) bereits beim Upload abfragen. So korrigieren Lieferanten fehlerhafte Daten direkt im Self-Service – und nur zu 100 % saubere Daten fließen in euer System.
Da eure Daten von Anfang an perfekt „ongeboardet“ sind, gelingt auch die anschließende Aufbereitung für die DQR mühelos. Als Product-Data-Syndication-Tool verheiratet CatalogExpress eure Datenquellen und mappt die Daten KI-gestützt zielgenau auf die aktuellsten DQR-Vorgaben. Dadurch generiert ihr auf Knopfdruck DQR-konforme XML- oder CSV-Dateien. Standardisierte Validierungen sorgen letztlich für fehlerfreie Feeds, die ihr automatisiert und termingesteuert an Open Datacheck oder andere Datenempfänger (B2B-Kunden etc.) verteilen könnt.
Jan ist seit 2024 bei nexoma. Dem gelernten E-Commerce-Kaufmann sind Produktdaten alles andere als fremd. Als sprachlich versierter Marketing Manager ist Jan außerdem unser Mann für viele Texte (Deutsch und Englisch) und versorgt euch unter anderem mit wissenswerten NEXIpedia- und Newsletter-Beiträgen.
