EPCIS und das dazugehörige Core Business Vocabulary (CBV) sind frei zugängliche Datenstandards für Sichtbarkeitsdaten, die häufig von Unternehmen entlang der Lieferkette genutzt werden. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen zu diesen Standards ganz einfach und verständlich.

EPCIS ist ein internationaler Datenstandard im XML- und JSON-Format. Er wird branchenübergreifend eingesetzt – mit besonders vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im B2B-Sektor, wie beispielsweise in der Lebensmittelindustrie oder der Logistik. Der Standard arbeitet dabei stets eng mit dem Core Business Vocabulary (CBV) zusammen, welches sicherstellt, dass die ausgetauschten Ereignisdaten einheitlich und für alle verständlich definiert sind. EPCIS ermöglicht euch die detaillierte Aufzeichnung und den einheitlichen Austausch von sogenannten „Events“: Das sind Prozessereignisse wie die Produktion, der Versand oder die Lagerung eurer Produkte. Diese Ereignisdaten dokumentieren exakt den Status, die Bewegung und die Position der Objekte. Dadurch wird Transparenz zwischen euch und euren Handelspartnern entlang der gesamten Lieferkette geschaffen. Um eine vollständige Sicht auf eure Produkte zu erhalten, könnt ihr die dynamischen EPCIS-Daten mit statischen Stammdatennetzwerken wie dem GDSN von GS1 verknüpfen. Für die praktische Umsetzung helfen euch spezialisierte Softwarelösungen: Eine Data-Onboarding-Software wie das Supplier-Portal sammelt und prüft zunächst die benötigten Basis-Stammdaten eurer Lieferanten, während ein Data-Syndication-Tool wie CatalogExpress die EPCIS-Ereignisdaten automatisiert generiert und an eure Partner verteilt.
EPCIS steht für „Electronic Product Code Information Services“. Dabei handelt es sich um einen branchenübergreifend einsetzbaren, frei zugänglichen Datenstandard. Der Standard unterstützt die beiden Dateiformate XML und JSON für den Datenaustausch und wird international eingesetzt.
EPCIS ermöglicht euch, verschiedene Prozessereignisse detailliert zu erfassen und zu teilen. Aus den erfassten Ereignisdaten könnt ihr als Händler beispielsweise eure Lieferprozesse optimieren oder Herausforderungen entlang eurer Lieferkette besser identifizieren. Mit EPCIS erfasst ihr also Ereignisdaten entlang einer Supply Chain (Lieferkette) für interne Zwecke. Als Unternehmen könnt ihr diese Daten aber auch mit euren Handelspartnern austauschen. Der Datenstandard sorgt also für die detaillierte Aufzeichnung und den Austausch von Prozessinformationen, die sich auf physische oder digitale Objekte beziehen.
In der Praxis gilt EPCIS häufig auch als Standard für sogenannte „Sichtbarkeitsdaten“ bzw. Event-Daten: Diese Daten zeigen den Status, die Bewegung und die Position von Objekten in der Lieferkette. Das umfasst sowohl Transaktionsdaten zu Geschäftsvorgängen wie Bestellungen oder Lieferungen – als auch Ereignisdaten zu Prozessen wie dem Versand oder der Lagerung von Produkten. Solche Sichtbarkeitsdaten helfen euch als Unternehmen, Transparenz entlang der gesamten Lieferkette zu schaffen.
Der EPCIS-Standard wird von der gemeinnützigen internationalen Handelsorganisation GS1 entwickelt. In Deutschland wird er von GS1 Germany verwaltet.
Hinweis: Redaktionelles Update im November 2026 (Fachlicher Stand: November 2026)
Als Unternehmen profitiert ihr in vielerlei Hinsicht von EPCIS. Zu den größten Vorteilen des Prozess-Standards gehören:
Bei allen Vorteilen sollten natürlich auch potenzielle Herausforderungen bzgl. EPCIS nicht unerwähnt bleiben. Diese beziehen sich aber in erster Linie auf die erstmalige Einführung. Dieser Schritt kann komplex erscheinen – ist jedoch oft weniger aufwändig, da nur die Schnittstelle für den Datenaustausch definiert wird.
Ein Tipp für die Praxis: Viele Unternehmen nutzen Barcode- oder RFID-Lesegeräte, die automatisch Daten erfassen. Dadurch müsst ihr nicht alles händisch notieren und könnt diese Daten verwenden, um eure Geschäftsprozesse effizient zu optimieren.
Der EPCIS-Standard erfasst Daten prinzipiell nach den bekannten W-Fragen. Dabei kann man folgende Sachfragen unterscheiden:
Was: Identifiziert das Objekt oder die Objekte, auf die sich das Ereignis bezieht.
Wann: Erfasst das Datum und die Uhrzeit des Ereignisses.
Wo: Gibt den Ort an, an dem das Ereignis stattgefunden hat.
Warum: Erläutert den geschäftlichen Kontext des Ereignisses.
Wie: Optional; umfasst Sensorinformationen oder andere technische Details.
Ein zentraler Begriff im EPCIS-Standard sind sogenannte „Events“ (Ereignisse). Diese dokumentieren den Status, die Bewegung und andere wichtige Details von Objekten in eurer Lieferkette:
Neben EPCIS und vielen anderen Standards (z.B. der Produktklassifikation GPC) hat GS1 auch den CBV-Standard entwickelt. Das Core Business Vocabulary (CBV) wird ausschließlich im Zusammenhang mit EPCIS verwendet.
Während EPCIS die Struktur und Art der zu erfassenden Daten definiert, stellt der Datenstandard CBV sicher, dass die in diesen Daten verwendeten Begriffe standardisiert und einheitlich sind. Es ist sozusagen eine Art „mitgedachte Klassifikation“. EPCIS und CBV korrelieren also immer, um eine konsistente Datenerfassung und -verarbeitung entlang der gesamten Lieferkette zu gewährleisten. Gleichzeitig gewährleisten diese einheitlichen Begriffe die Konsistenz von Daten über verschiedene Systeme hinweg.
CBV legt also standardisierte Begriffe fest, die ihr als Unternehmen in mehreren Dimensionen von EPCIS-Events einsetzen könnt. Das ist insbesondere in den Bereichen ‚Why‘ (Warum), ‚What‘ (Was) und ‚Where‘ (Wo) der Fall.
Zwei CBV-Elemente sind unter anderem:
Übrigens: Diese Begriffe werden manchmal auch „Business Vocabulary Elements“ genannt.
Wie alle Datenstandards spielt auch EPCIS eine wichtige Rolle in eurem Produktdatenmanagement. Spannend ist dabei vor allem, dass ihr verschiedene Datenarten miteinander in Verbindung setzen könnt: EPCIS verknüpft nämlich dynamische Prozessereignisdaten mit statischen Stammdaten, welche wiederum in Systemen wie dem Global Data Synchronisation Network (GDSN) verwalten werden können.
GDSN ist ein von GS1 entwickeltes Netzwerk, das den globalen Austausch von Stammdaten wie Produktbeschreibungen, Abmessungen und GTIN (ehemals EAN-Barcodes) ermöglicht. Während GDSN den Fokus auf die Synchronisation dieser Stammdaten legt, konzentriert sich EPCIS, ebenfalls ein Standard von GS1, auf die Erfassung und Nachverfolgung von Ereignisdaten, die den physischen Warenfluss eines Produkts dokumentieren.
Durch die Integration von EPCIS-Daten mit anderen Systemen könnt ihr also eine umfassendere Sicht auf ihre Lieferkette gewinnen. Im E-Business-Kontext ist dabei nicht nur die präzise Verfolgung und Transparenz entlang der Lieferkette wichtig, sondern auch die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sowie die Verbesserung der Kundenbindung. Auch das ermöglicht EPCIS als internationaler Datenstandard.
EPCIS und GDSN haben unterschiedliche Schwerpunkte, ergänzen sich jedoch. Gemeinsam bieten sie eine vollständige Sicht auf Produkte – von den Stammdaten bis zu den Ereignisdaten, die die physische Bewegung erfassen.
Im Laufe der Zeit sind mehrere Versionen von EPCIS erschienen, wobei die aktuellste Version 2.0 im Jahr 2022 veröffentlicht wurde. Jede Version optimiert dabei nicht nur die Datenstruktur; sie setzt auch Feedback um und integriert neue technische Anforderungen sowie Möglichkeiten. Hier ein Überblick:
Als weiteres zentrales Feature führt EPCIS 2.0 die GS1 Digital Link URI-Syntax ein: Sie wandelt klassische GS1-Identifikatoren in webbasierte URLs um, wodurch sich physische Produkte direkt mit digitalen EPCIS-Daten im Web verknüpfen lassen. In der Praxis kann das zum Beispiel durch einen einfachen Smartphone-Scan geschehen.
Um Entwicklern und euch als Unternehmen die praktische Implementierung der aktuellen Standards zu erleichtern, hat GS1 im Jahr 2023 die detaillierte „EPCIS & CBV Implementation Guideline 2.0“ veröffentlicht. Das ist quasi die offizielle „Bedienungsanleitung“ für beide Standards. Außerdem steht euch seit 2024 die offizielle EPCIS Sandbox zur Verfügung: Das ist eine sichere Testumgebung, in der REST-APIs und EPCIS-Datenstrukturen vor der Produktivschaltung ausprobiert werden können.
Übrigens: Auch für den korrelierenden CBV-Standard gibt es verschiedene Versionen.GS1 führte die erste CBV-Version 1.0 im Jahr 2014 ein. Die aktuellste Version, CBV 2.0, erschien ebenfalls 2022 und bietet erweiterte Begriffe, Unterstützung für Sensordaten und Zertifizierungsdetails.
Unser Experten-Tipp für euch: Nutzt EPCIS und CBV am besten in kompatiblen Versionen (z. B. EPCIS 2.0 und CBV 2.0). So stellt ihr sicher, dass ihr auch die neuesten Funktionen optimal einsetzen und Kompatibilitätsprobleme vermeidet.

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Hinweis: Unser Whitepaper richtet sich explizit an Unternehmen. Nutzt daher bitte eure Firmen-E-Mail.
Diverse Technologien und Systeme erfassen ein Event im EPCIS-Format in mehreren Schritten. Hier ein typischer Ablauf dieser Schritte:
Der EPCIS-Standard nutzt die Austauschformate XML oder JSON. In beiden Fällen bestimmen die Anzahl und Art der Ereignisse die XML-/JSON-Dateigrößen. Ein Tipps aus der Praxis: Oft fassen Unternehmen mehrere Ereignisse in einer Datei zusammen, um den Überblick zu behalten.
Die jeweiligen Felder unterscheiden sich dabei je nach Eventtyp. Die Werte der XML-/JSON-Elemente können übrigens in verschiedenen Sprachen angegeben werden, während die technischen Elemente immer auf Englisch bleiben.
Wenn euer Unternehmen zum Beispiel Saftflaschen auf eine Palette packt, erhält jede Flasche eine eigene Identifikationsnummer (z. B. einen RFID-Tag). Beim Verpacken erfasst das System die Identifikationsnummern der Flaschen und der Palette dann in einem AggregationEvent. Damit könnt ihr bzw. euer Datenempfänger übersichtlich nachzuvollziehen, welche Produkte sich überhaupt auf der Palette befinden.
Die folgende Struktur einer Beispiel-EPCIS-Datei im XML-Format zeigt ein „AggregationEvent“. Wenn euer Unternehmen zum Beispiel Saftflaschen auf eine Palette packt, erhält jede Flasche eine eigene Identifikationsnummer (z. B. einen RFID-Tag). Beim Verpacken erfasst das System die Identifikationsnummern der Flaschen und der Palette dann in einem AggregationEvent. Damit könnt ihr bzw. euer Datenempfänger übersichtlich nachzuvollziehen, welche Produkte sich überhaupt auf der Palette befinden.
Die folgenden XML-Elemente kommen in verschiedenen Eventtypen vor (nicht nur für ein AggregationEvent). Sie bilden also die technische Grundlage jeder EPCIS-Datei:
Zusätzlich zu den Standardfeldern nutzt jeder Eventtyp auch spezifische Strukturen. Hier ein paar AggregationEvent-spezifische Felder:
Zusätzlich ergänzt der Core Business Vocabulary (CBV) Standard EPCIS, indem er standardisierte Begriffe für eine konsistente und interoperable Datenstruktur bereitstellt.
In der klassisch geschachtelten XML-Struktur sieht das dann zum Beispiel so aus:

Gut zu wissen: Auf der GS1-Website können Unternehmen verschiedene Beispieldateien im XML- sowie JSON-Format zu verschiedenen Event-Arten finden.
Vielleicht fragt ihr euch jetzt: Wie bekommt ihr die nötigen Daten ins System und wie generiert ihr den EPCIS-Standard? Dafür gibt es spezialisierte und zugleich vielseitige Softwarelösungen – wie unser Supplier-Portal und CatalogExpress.
Klingt spannend? Hier erfahrt ihr mehr:
Damit dynamische EPCIS-Events – wie etwa ein Wareneingang oder Versand – in euren ERP- oder WMS-Systemen richtig zugeordnet werden können, braucht ihr als Basis absolut verlässliche Stammdaten eurer Lieferanten. Hier unterstützt euch eine Product-Data-Onboarding-Software wie unser Supplier-Portal.
Das Portal fungiert dabei als euer intelligenter Qualitätsfilter: Es sammelt die Artikeldaten eurer Lieferanten ein, prüft sie automatisiert auf Fehler und transformiert sie passgenau für euer PIM oder ERP. Sind diese statischen Basisdaten einmal sauber im System, lassen sich alle späteren EPCIS-Bewegungsdaten nahtlos damit verknüpfen.
Wenn es im nächsten Schritt darum geht, den EPCIS-Standard selbst zu erzeugen, kommt flexible Product-Data-Syndication-Software ins Spiel. Auch hier bieten wir mit unserem SaaS-Tool CatalogExpress eine maximal flexible Lösung an: Ihr könnt neben kundenindividuellen Formaten damit auch diverse Datenstandards wie BMEcat, ETIM xChange etc. erzeugen, prüfen und automatisiert verteilen.
CatalogExpress nutzt dafür diverse Connectoren (z. B. API-Schnittstellen), um die sauberen Daten aus euren PIM-, ERP-, DAM- oder MDM-Systemen zu laden. Diese Quelldaten werden optimiert und anschließend im gewünschten Format automatisiert für eure Datenempfänger – wie B2B-Kunden, Marktplätze oder Partner in der Lieferkette – bereitgestellt.
Jan ist seit 2024 bei nexoma. Dem gelernten E-Commerce-Kaufmann sind Produktdaten alles andere als fremd. Als sprachlich versierter Marketing Manager ist Jan außerdem unser Mann für viele Texte (Deutsch und Englisch) und versorgt euch unter anderem mit wissenswerten NEXIpedia- und Newsletter-Beiträgen.
