GPC (Global Product Classification) ist ein weltweit gültiges Klassifikationsmodell, das häufig von Handelspartnern, Online-Marktplätzen und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) angefordert wird. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen zu dieser Klassifikation ganz einfach und verständlich.

Die Global Product Classification (GPC) ist ein weltweit anerkanntes Klassifikationssystem von GS1, das euren Artikeln einen eindeutigen achtstelligen Baustein zur klaren Identifikation zuweist. Durch diese standardisierte Einteilung, die sich über vier Stufen in Segment, Familie, Klasse und Baustein gliedert, etabliert ihr eine einheitliche Sprache für eure Produktdaten. Diese Struktur ermöglicht euch einen effizienten und konsistenten Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen, internationalen Handelspartnern und Online-Marktplätzen.
Die Abkürzung GPC steht für „Global Product Classification“, was auf Deutsch „globale Produktklassifikation“ bedeutet. Es handelt sich dabei um ein Klassifikationssystem, das von GS1 entwickelt wird. GS1 ist eine globale, gemeinnützige Organisation. Sie entwickelt und verwaltet Standards zur Verbesserung der Effizienz und Transparenz in Lieferketten weltweit.
GPC ist ein weltweit gültiges Klassifikationsmodell. Es spielt in vielen Bereichen der Content Supply Chain eine Rolle. Dazu gehören das Data-Onboarding, das Produktdatenmanagement und die Data-Syndication. Die Klassifikation ermöglicht Unternehmen eine eindeutige Identifikation von Waren und Artikeln. Grundlage dafür sind einheitliche produktspezifische Wertangaben und Merkmallisten. Die allgemeine Nutzung des Klassifikationsstandards ist kostenlos. GS1 bietet weiterführende Dienstleistungen, wie Zertifizierungen, kostenpflichtig an.
Wichtig: GPC-Nutzer müssen stets auf die neueste Version aktualisieren. GS1 betreut die GPC-Klassifikation weltweit und aktualisiert sie halbjährlich. GS1 Germany verwaltet die deutschsprachige Klassifikation und unterstützt Unternehmen bei der Anwendung und Integration in Deutschland. Die neueste Version des Standards wurde 2024 veröffentlicht. Sie optimiert die Funktionalitäten und verbessert die Integration in Systeme wie SAP ECC und SAP S/4 HANA.
Hinweis: Redaktionelles Update im Mai 2026 (Fachlicher Stand: Oktober 2025)
Die GPC-Klassifikation besteht aus vier Stufen. Jede Stufe dabei repräsentiert eine spezifische Kategorie oder Hierarchieebene.
Die ersten drei Stufen des Standards basieren auf dem UNSPSC-Standard.
Bei der vierten Stufe, die ‚Bricks‘ oder ‚Bausteine‘, weicht jedoch deutlich von diesem Modell ab.
Die vier Klassifikationsstufen sind:
Ein Laserdrucker würde zum Beispiel so klassifiziert werden:
Die GPC-Klassifikation weist jedem Artikel einen eindeutigen Baustein zur Identifikation zu. Dabei handelt es sich um eine achtstellige Nummer. Dieser Baustein wird auch „Brick“ genannt. Er ist zwar die vierte Stufe innerhalb der GPC-Hierarchie (nach Segment, Familie und Klasse), aber gleichzeitig auch das zentrale Element der Klassifikation.
Außerdem gibt es GPC-Attribute und Werte, die diesen Attributen zugeordnet werden:
In einigen Branchen, wie dem Baumarkt-Bereich und der Unterhaltungselektronik, wird derzeit hauptsächlich nur der GPC-Baustein angegeben. Weitere Informationen in Form von Attributen werden hauptsächlich dann ergänzt, wenn der Detailgrad des Bausteins zu gering oder zu allgemein für eine eindeutige Klassifizierung ist. Für die Klassifikation von Produkten innerhalb der Konsumgüter-Branche (Food und Non-Food) wird die Angabe von GPC-Attributen beispielsweise aber klar empfohlen.
Der erste Schritt und Mittelpunkt einer GPC-Klassifikation ist also der Baustein. Unternehmen müssen den passenden Brick definieren, um ihre Produkte möglichst exakt zu identifizieren und zu klassifizieren. Der Brick bildet die Grundlage für die darauf aufbauenden Informationen (Segment, Familie und Klasse). Diese Ressourcen helfen Unternehmen bei der richtigen Klassifikation:
Falls Produkte nach der Recherche nicht in der GPC-Datenbank enthalten oder auffindbar sind, steht Unterstützung durch GS1 Germany zur Verfügung. Allgemeine Fragen zur Klassifikation werden im offiziellen Kompendium auf Deutsch und Englisch beantwortet. Im Service-Verzeichnis sind alle Hilfestellungen aufgelistet.
Die Nutzung der GPC-Ressourcen auf der GS1-Website ist teilweise kostenlos. Für detaillierte Unterstützung oder spezielle Anfragen können Kosten anfallen. GS1 Germany stellt in diesem Fall genauere Informationen bereit.
Unternehmen nutzen den GPC-Standard bereits seit 2003 global. Er ist zudem eine Voraussetzung für den Stammdatenaustausch über das GDSN® („Global Data Synchronization Network). Dieses Netzwerk ermöglicht es, Produktinformationen effizient und konsistent auszutauschen. Dies gewährleistet eine einheitliche Sprache für Produktdaten.
GDSN verwendet eine zentrale Datenbankstruktur, um Produktinformationen in Echtzeit zu synchronisieren. Dies verbessert die Genauigkeit und Aktualität der Daten, was für Lieferketten und Handelsprozesse unerlässlich ist. Die Klassifikation dient dabei als Standard, um Produkte einheitlich zu kategorisieren und somit den Datenaustausch zu vereinfachen. Die enge Verzahnung von GPC und GDSN ermöglicht es Unternehmen weltweit, ihre Produktinformationen effizient zu verwalten und auszutauschen.
Zusätzlich zu den GPC-Attributen können Unternehmen auch sogenannte GDSN-Attribute angeben. Aber was genau ist der Unterschied?
Kurz gesagt: GPC-Attribute beschreiben Kategoriemerkmale. GDSN-Attribute beschreiben hingegen das Produkt selbst. Im Falle eines Laserdruckers sind die GDSN-Attribute zum Beispiel:
Letztlich sind aber beide Attributtypen (GPC und GDSN) notwendig, um eine umfassende und präzise Produktbeschreibung zu gewährleisten. Dadurch wird Unternehmen der internationale Handel und die Datensynchronisation erleichtert. Unternehmen finden eine detaillierte Liste der GDSN-Attribute und der Hierarchie unter anderem im „GDSN Product Hierarchy Common Values Spreadsheet“.
Der GPC-Standard ist im internationalen Produktdatenmanagement weit verbreitet. Seit 2003 ist er bereits ein wichtiges Werkzeug für das Category Management. Im GS1-Netzwerk GDSN® wird hauptsächlich XML als Datenaustauschformat verwendet. Diese Aspekte tragen zu seiner verbreiteten Nutzung bei:
GPC und Data-Syndication: Die Klassifikation unterstützt effiziente Data-Syndication und Data-Onboarding. Durch die standardisierte Klassifikation können eure Produktdaten nahtlos zwischen verschiedenen Systemen und Partnern synchronisiert werden. Dies ermöglicht eine automatische Aktualisierung eurer Daten, was besonders bei häufigen Klassifizierungswechseln wichtig ist. Ihr vermeidet dadurch manuelle Anpassungen und stellen so sicher, dass ihre Produktdaten stets korrekt und aktuell sind. GPC sorgt dafür, dass alle Handelspartner dieselben Daten verwenden, was die Konsistenz und Genauigkeit der Informationen erhöht.
Beispiel: Ein Händler nutzt GPC, um seine Produktdaten für verschiedene Online-Marktplätze zu standardisieren. Durch die Verwendung von Attributen können die Produkte korrekt kategorisiert und die Daten automatisch mit den Anforderungen der Marktplätze synchronisiert werden.
Integration in PIM-Systeme: Der Standard kann in eure Product Information Management (PIM)-Systeme integriert werden, um Produktinformationen zentral zu verwalten und zu verteilen. PIM-Systeme speichern und organisieren Produktdaten, und durch die Integration von GPC können diese Daten einheitlich klassifiziert und kategorisiert werden. Dies stellt sicher, dass eure Produktinformationen auch über alle Vertriebskanäle hinweg konsistent bleiben. Die Integration erfolgt meist durch die Nutzung von GPC-Bricks und Attributen, die in das PIM-System eingebunden und bei der Dateneingabe und -verwaltung verwendet werden. Dadurch könnt ihr schnell auf Änderungen reagieren und ihre Daten effizienter managen.
Beispiel: Ein Unternehmen integriert GPC in sein PIM-System, indem es die Bricks und Attribute für die Produktdatenverwaltung nutzt. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, detaillierte und konsistente Produktinformationen über verschiedene Vertriebskanäle hinweg zu pflegen und zu verbreiten.
Neben dem GPC-Standard könnt ihr auch auf andere Klassifikationssysteme zurückgreifen. Die Auswahl des optimalen Klassifikationssystems hängt letztlich von der Branche und den spezifischen Anforderungen ab. Oft geben Datenempfänger auch spezifische Klassifikationsarten vor.
GS1 entwickelt nicht nur den Standard, sondern verwaltet auch die sogenannte UNSPSC-Klassifikation. Auch weit verbreitet ist die ETIM-Klassifikation. Für den öffentlichen Sektor ist UNSPSC geeignet, während ETIM für technische Produkte in der Elektrotechnik ideal ist. Im Vergleich dazu ist GPC besonders gut für den internationalen Handel und die globalisierte Konsumgüterindustrie geeignet, da es eine einheitliche und umfassende Klassifikation bietet.

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Hier die wichtigsten Unterschiede im direkten Vergleich:
Bis 2019 nutzte die deutsche Konsumgüterwirtschaft häufig die Standard-Warenklassifikation (SWK). Im Gegensatz zum internationalen GPC-Standard ist die SWK-Klassifikation jedoch nicht mehr erweiterbar. Dieser Umstand erschwerte seine Nutzung im sich stetig wandelnden Onlinehandel zunehmend.
Die fehlende Erweiterbarkeit der SWK resultiert letztlich aus ihrem veralteten System, das keine Aktualisierungen mehr erlaubt. Daher ersetzt die internationale GPC-Klassifikation diesen Standard schrittweise. Der GPC-Standard bietet die notwendige Flexibilität, neue Produkte und Technologien zu integrieren.
Die Klassifikation bietet euch im Zusammenhang mit dem Produktdatenmanagement mehrere Vorteile:
Standardisierung: GPC standardisiert eure Produktkategorisierung. Dies erleichtert den Vergleich sowohl national als auch global.
Effizienter Datenaustausch: Die vorgegebenen Parameter der Klassifikation ermöglichen einen effizienten Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen und Partnern. Händler können die Daten eines Laserdruckers dadurch zum Beispiel problemlos an verschiedene PIM-Systeme und Marktplätze senden.
Internationale Nutzung: Der Standard wird global anerkannt. Internationale Händler profitieren daher von einer einheitlichen Produktkategorisierung, unabhängig von der Sprache oder anderen Faktoren. Ein Laserdrucker wird beispielsweise in allen Ländern gleich kategorisiert und beschrieben.
Zukunftssicherheit: GS1 aktualisiert und entwickelt das Klassifikationsmodell regelmäßig weiter. Dies hält GPC stets an die aktuellen Marktanforderungen angepasst. Ein weiterer Vorteil: Der Standard ist essenziell, um Daten zum GDSN zu liefern. GDSN dient vielen Unternehmen als wichtiger Vertriebskanal und ist deshalb essenziell für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH), was Umsatzsteigerungen ermöglicht. Beispiel: Neue Drucktechnologien bei Laserdruckern werden in die Klassifikation aufgenommen und berücksichtigt.
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Jan ist seit 2024 bei nexoma. Dem gelernten E-Commerce-Kaufmann sind Produktdaten alles andere als fremd. Als sprachlich versierter Marketing Manager ist Jan außerdem unser Mann für viele Texte (Deutsch und Englisch) und versorgt euch unter anderem mit wissenswerten NEXIpedia- und Newsletter-Beiträgen.
