DICO ist ein niederländischer Datenstandard für den digitalen Datenaustausch. Er wird von Herstellern, Großhändlern und Datenpools wie 2BA aus der Bau- und Technikbranche angefordert, und erzeugt. Wir erklären euch die wesentlichen Grundlagen zu diesem Format ganz einfach und verständlich.

DICO (früher „SALES005“ genannt) ist ein XML-basierter, niederländischer Datenstandard für den elektronischen Datenaustausch in der Bau- und Technikindustrie. Er sorgt für einheitliche Regeln und ermöglicht den sicheren Transfer von Produktinformationen, Bestellungen und Rechnungen zwischen Datenlieferanten und Empfängern. Besonders relevant ist der Standard, um Produktdaten inklusive ETIM-Klassifizierung fehlerfrei an Kunden oder Datenpools wie 2BA zu übermitteln. Damit dieser Datenaustausch nicht fehleranfällig und zeitintensiv manuell erfolgen muss, könnt ihr flexible Produktdatenmanagement-Softwarelösungen wie das Supplier-Portal bzw. CatalogExpress nutzen.
DICO (kurz für „Digital Communication-Standard“, ehemals auch bekannt als „SALES005“ bzw. SALES-Standard) ist ein niederländischer Datenstandard. Er ist auf den digitalen Datenaustausch in der Bau- und Technikindustrie ausgelegt. Das Ziel des DICO-Standards ist, einheitliche Regeln für den elektronischen Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren der Baubranche festzulegen. Dazu gehören beispielsweise
DICO ermöglicht euch einen sicheren und fehlerfreien Austausch von Bestellungen, Rechnungen und Produktdaten. Hinter DICO steckt die niederländische Organisation „Ketenstandaard Bouw en Techniek“, die den Datenstandard entwickelt und verwaltet. Strukturell basiert DICO auf dem weit verbreiteten Austauschformat XML.
Unter anderem fordert der niederländische Datenpool 2BA DICO (neben anderen möglichen Datenstandards wie den ETIM BMEcat und ETIM xChange). 2BA ist ein neutraler Datenpool für den Austausch von Produktdaten zwischen Lieferanten und Kunden.
Hinweis: Redaktionelles Update im April 2026 (Fachlicher Stand: April 2025).
Durch die Übermittlung verschiedener Nachrichtentypen bietet euch DICO zahlreiche Möglichkeiten für den Datenaustausch. Hier findet ihr einen Einblick in die wichtigsten Nachrichtentypen:
Transaktionsnachrichten ermöglichen euch einen den reibungslosen Austausch von Angeboten, Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Lieferscheinen und Rechnungen. Sie sind essenziell für effiziente Geschäftsprozesse und erleichtern die elektronische Kommunikation zwischen Geschäftspartnern.
Wartungsmeldungen spielen eine zentrale Rolle in der Kommunikation zwischen Immobilienbesitzern und Wartungsunternehmen. Sie umfassen verschiedene Nachrichtentypen zur Planung, zu Wartungsaufträgen, zum Wartungsstatus sowie zu Störungsmeldungen. Mithilfe einer Planungsnachricht lassen sich beispielsweise Zeitpunkte für die Ausführung von Wartungsaufträgen anfragen und entsprechende Rückmeldungen erhalten.
Mietnachrichten erweitern die bestehenden Transaktionsnachrichten und sind speziell auf die Anforderungen des Ausrüstungsverleihsektors zugeschnitten. Im Bestellprozess könnt ihr dadurch die gemietete Ausrüstung elektronisch nachverfolgen. Zudem ist eine Ratenabrechnung möglich. Zu den Mietnachrichten gehören:
Datenberichte dienen der strukturierten Übermittlung von Produkt- und Artikeldaten. Dazu gehören:
Die Organisation „Ketenstandaard“ stellt die vollständige Dokumentation zu DICO bereit. Um darauf zugreifen zu können, benötigt ihr eine Mitgliedschaft bei Ketenstandaard oder einen 2BA-ETIM-Vertrag. Zur Veranschaulichung seht ihr nun ein Beispiel für den Header einer Produktnachricht für 2BA. Dieses Beispiel stammt von der 2BA-Website und wurde leicht angepasst:
<ProductData xmlns:xs=“ http://www.w3.org/2001/XMLSchema “
xmlns=“http://www.ketenstandaard.nl/ productgegevens/ SALES/005″
xmlns:exs=“http://www.ketenstandaard.nl/ SALES/ Extensies“
xmlns:xsi=“http://www.w3.org/ 2001/ XMLSchema-instance“
xsi:schemaLocation=“ http://www.ketenstandaard.nl/ productgegevens/ SALES/ 005 Productgegevens_ SALES005.xsd “>
<MessageNumber> P45733 </MessageNumber>
<MutationCode>9</MutationCode>
<MessageDate> 2019-01-05 </MessageDate>
<ETIMVersion>
<VersionNumber> DYNAMIC </VersionNumber>
<IssueDate> 2018-10-11 </IssueDate>
</ETIMVersion>
<Supplier>
<GLN> 8714252005911 </GLN>
</Supplier>
<Datapool>
<GLN> 8714252005929 </GLN>
</Datapool>
<Manufacturer>
<GLN> 8714252005911 </GLN>
</Manufacturer>
< !– Weitere Elemente unterhalb– >
</ProductData>
„ProductData“ ist das Wurzelelement der Artikelnachricht. Es enthält sämtliche relevanten Informationen zur Preisliste sowie zu den dazugehörigen Artikeln. In der xsi:schemaLocation könnt ihr unter anderem sehen, dass es sich hier um SALES005 bzw. den DICO-Standard handelt.
Ein weiteres zentrales Element ist der MutationCode, der die Art der Nachricht bestimmt. Mutation Code 9 steht für eine vollständige Datensatzdatei, die alle aktiven Produkte enthält und sämtliche bestehenden Datensätze in der Datenbank überschreibt. Produkte, die in der neuen Datei nicht mehr enthalten sind, erhalten den Statuscode 130 und werden als „abgelaufen“ markiert. Alle vorhandenen Handelsdaten, die nicht in der neuen Datei enthalten sind, werden gelöscht. Alternativ gibt es den Mutation Code 4, der sich auf eine Mutationsdatei bezieht und nur geänderte oder neue Datensätze enthält.
Das MessageDate gibt das Erstellungsdatum der Nachricht an, in diesem Fall den 5. Januar 2019. Direkt darauf folgt das Element ETIM-Version, das die verwendete ETIM-Version angibt. Im Beispiel wird die ETIM Dynamic-Version genutzt.
Zusätzlich enthält die Nachricht Angaben zu Supplier, Datapool und Manufacturer, die jeweils eine 13-stellige GLN (Global Location Number) aufweisen. Der Supplier steht für den Lieferanten, der Datapool (z. B. 2BA) enthält die GLN des Datenpools, und der Manufacturer gibt die GLN des Herstellers an. Im Beispiel-XML-Auszug sind Hersteller und Lieferant identisch. Daher wird dieselbe GLN verwendet. Ein Käufer ist im Header nicht erforderlich, ebenso wenig zusätzliche Herstellerangaben wie eine Adresse, da die GLN auf Datensatzebene ausreicht.
Neben der XML-Struktur gibt es im DICO-Standard verschiedene Datenfelder, die je nach Land und Zielgruppe – beispielsweise Installateure oder Großhändler – unterschiedlich relevant sind. 2BA stellt auf seiner Website eine Datenmatrix bereit, die eine Übersicht über die wichtigsten Datenfelder bietet. Diese werden in vier Kategorien unterteilt:
Der DICO-Standard hat seit seiner Entstehung bisher zwei Hauptentwicklungen durchlaufen:
Die Mitglieder der Ketenstandaard-Gemeinschaft gestalten den DICO-Standard aktiv mit. Sie können Funktionen vorschlagen, die in zukünftigen Versionen berücksichtigt werden. Dazu gehören etwa die Erweiterung der Codelisten oder neue Meldungstypen, die ihre Bedürfnisse besser abdecken. Diese Mitgestaltung ist optional, bietet aber Zugang zu Updates, Support und verbessert die Anpassung des Standards an unternehmensspezifische Anforderungen.
Der DICO-Standard hat direkte Auswirkungen auf folgende Produktdatenmanagement-Prozesse und eBusiness-Aspekte:
Damit Produktdaten im DICO-Standard aufbereitet und bereitgestellt werden können, müssen diese zunächst einmal gepflegt werden. Idealerweise geschieht dies in zentralisierten Systemen wie einem PIM (Product Information Management), MDM (Master Data Management) oder ERP-System. Durch eine zentrale Datenquelle lassen sich Datensilos vermeiden, da alle Beteiligten auf eine einheitliche Datenbasis zugreifen.
Andernfalls könnten verschiedene Quellen für Produktdaten existieren, beispielsweise unterschiedliche Excel-Dateien mit verschiedenen Ständen, was zu Inkonsistenzen und Fehlern führen kann. Unabhängig davon, welcher Datenstandard genutzt wird, ist es wichtig, einen Single Point of Truth für Produktdaten sicherzustellen – die verlässlichste Quelle für alle Produktinformationen.
Für euch als Großhändler ist es zudem wichtig, euer Data-Onboarding an den DICO-Standard anzupassen. Dies bedeutet, dass die DICO-Daten der Lieferanten in eure internen Systeme (z. B. euer Händler-PIM) gebracht werden müssen. Um sicherzustellen, dass diese Daten den eigenen Qualitätsstandards entsprechen, könnt ihr eine Lieferantenportal-Software wie das Supplier-Portal eingesetzt werden. Dadurch gewährleistet ihr, dass nur Daten in eure Systeme kommen, die euren eigenen Anforderungen bzw. Datenvorgaben entsprechen. Ohne eine solche Qualitätskontrolle besteht das Risiko des sogenannten „Shit in, Shit out“-Prinzips: Übernehmt ihr fehlerhafte oder unzureichend gepflegte Daten, werden diese auch mit schlechter Qualität in Online-Shops oder Marktplätze syndiziert.
Darunter leidet auch die Sichtbarkeit eurer Produkte in Suchmaschinen wie Google oder auf Marktplätzen, weil fehlerhafte oder unvollständige Angaben die Auffindbarkeit und Relevanz mindern. Dies kann dazu führen, dass Produkte seltener angezeigt werden, wodurch die Kaufwahrscheinlichkeit sinkt. Außerdem senken schlecht gepflegte Produktdaten auch das Vertrauen von Kunden –, z. B. wenn ein Artikel bestellt wird, der eigentlich gar nicht mehr verfügbar ist.
Damit ihr Produktdaten gemäß des DICO-Standards aufbereiten könnt, muss die Qualität eurer Datenbasis stimmen. Hier ist es hilfreich, sogenannte „Data-Guidelines“ zu nutzen: Diese legen fest, wie ihr bestimmte Informationen erfassen und pflegen müsst – etwa die verpflichtende Angabe von Gewichten ausschließlich in Kilogramm. Eine solche einheitliche Erfassung erleichtert auch die automatisierte Datentransformation im Rahmen eurer Data-Syndication. Beispielsweise könnt ihr in Produktdatenmanagement-Software wie CatalogExpress sämtliche Gewichtsangaben über eine einfache Funktion automatisch in Pfund umrechnen. Eine aufwendige manuelle Konvertierung vieler Produktdaten bleibt euch dadurch erspart.
Ihr seht: Eine durchdachte Produktdatenpflege und ein strukturiertes Data-Onboarding bilden somit die Basis für die Bereitstellung von Daten im DICO-Standard. Dies erfordert eine gezielte Anpassung eurer Produktdatenmanagement-Prozesse. Hierbei unterstützen euch PIM-, MDM- und ERP-Systeme bei der Produktdatenpflege, Lieferantenportale beim Onboarding von DICO-Daten und Data-Syndication-Lösungen bei der automatisierten Erstellung der Datenformate – beispielsweise für 2BA.
Der DICO-Standard bietet euch jedoch nicht nur Vorteile im Bereich Produktdatenmanagement, sondern auch für andere eBusiness-Use-Cases. Durch die standardisierte Datenstruktur könnt ihr Bestellungen und Rechnungen zwischen eurem Unternehmen und euren Kunden bzw. Geschäftspartnern automatisiert austauschen. Beispielsweise kann eine Kundenbestellung direkt in euer ERP-System übertragen werden, woraufhin automatisch eine Bestellbestätigung und eine Rechnung generiert wird.
Für einen effizienten Datenaustausch im DICO-Standard könnt ihr zudem Schnittstellenlösungen nutzen. Diese können entweder speziell programmiert oder als flexible Middleware- bzw. Data-Syndication-Lösungen eingesetzt werden. Durch diese Technologien lässt sich der DICO-Standard effizient in bestehende Prozesse integrieren und trägt damit wesentlich zur Optimierung des digitalen Datenaustauschs bei.
Die Nutzung des DICO-Standards bringt Unternehmen der Bau- und Installationsbranche in den Niederlanden zahlreiche Vorteile. Dazu zählen unter anderem
Obwohl DICO viele Vorteile bietet, gibt es jedoch auch einige Herausforderungen für Unternehmen. Unter anderem solltet ihr diese Aspekte berücksichtigen:
Um den DICO-XML-Standard zu generieren, können ihr Schnittstellen programmieren oder flexible Data-Syndication- oder Schnittstellenlösungen nutzen. Zwar ist es theoretisch auch möglich, die XML-Dateien manuell zu erstellen. Das ist jedoch schon bei kleineren Datenmengen sehr zeitintensiv, fehleranfällig und dadurch schlichtweg ineffizient.
Eine Möglichkeit zur effizienten Generierung des DICO-Formats und der anschließenden automatischen Datenbereitstellung ist unsere Saas-Middleware CatalogExpress: Mit dieser Data-Syndication-Lösung könnt ihr Daten aus verschiedenen Quellen (z.B. CSV-Dateien und Systeme wie PIM, ERP, oder DAM) in das DICO-XML-Format überführen. Euer Vorteil: CatalogExpress hat bereits zahlreiche Standardschnittstellen integriert – u. a. zu Akeneo, ATAMYA (ehemals eggheads), Centric (ehemals Contentserv), Crossbase, OMN von Apollon, Pimcore oder etwa Viamedici.
Neben der Generierung des DICO-Standards ermöglicht CatalogExpress auch die Erstellung weiterer Datenstandards und Dateiformate wie BMEcat 1.2 & 2005, BMDG, CIF Ariba, CSV, DATANORM, DPB-Branchenstandard, DICO, DQR, ETIM BMEcat (4.0.3. und 5.0), ETIM xChange, EXCEL/XLSX, FAB-DIS, GAEB, JSON, openTRANS, PBSeasy, XML und XRechnung. Diese Flexibilität erlaubt es euch, Produktdaten nicht nur für B2B-Kunden, sondern auch für verschiedene eBusiness-Kanäle wie Amazon, Unite (ehemals Mercateo), und simple system bereitzustellen.
Mit CatalogExpress könnt ihr außerdem automatisierte Prozesse nutzen, um Daten effizient zu verwalten und über unterschiedliche Vertriebskanäle (z. B. an 1WorldSync, 2BA/InstallData, Amazon, ARGE Neue Medien, ausschreiben.de, BEGROS, building-masterdata.com, Conrad, eBay, ELGATE, Galaxus, GS1, Heinze-Lieferantenportal, Mercateo / Unite, Open Datacheck, OTTO, das SAXO-Portal, SAP Ariba, Shopware und simple system) bereitzustellen – ohne manuelle Anpassungen vornehmen zu müssen.
Ihr erhaltet Produktdaten unter anderem im DICO-Standard und möchten diesen verarbeiten können? Oder ihr möchtet eure Produktdaten passend für den DICO-Standard aufbereiten, prüfen und automatisiert an diverse Zielkanäle verteilen? Das und viel mehr ermöglichen euch unsere flexiblen SaaS-Softwarelösungen.
Klingt spannend? Hier erfahrt ihr mehr:
Wie ein fleißiges Eichhörnchen sammelt, prüft und klassifiziert das Supplier-Portal eure Lieferantendaten – immer streng nach euren vorgegebenen Regeln Fehlerhafte Daten werden identifiziert und behoben. Gute Daten kommen geprüft, vereinheitlicht und automatisiert in euer PIM und ERP. Für weniger Rückfragen, klar definierte Prozesse und Lieferantendaten, die dann endlich in guter Qualität vorliegen.
Wie ein Chamäleon passt sich CatalogExpress jeder Umgebung an: Kunden, Datenpools, Marktplätze, – jeder fordert andere Daten und Klassifikationen. Mit unserem Tool führt ihr Datenquellen zusammen, bereitet sie passgenau auf und verteilt sie automatisiert an eure Zielkanäle. Auch der Wechsel zwischen verschiedenen Klassifikationssystemen und -versionen gelingt damit mühelos. So generiert ihr Klassifikationen, individuelle Formate oder bekannte Datenstandards – schnell, fehlerfrei und wiederverwendbar.
Julia ist seit März 2022 in unserem Marketingteam. Als Bachelor of Arts im Dienstleistungsmarketing versorgt Julia euch u. a. mit Inhalten zu Marketingthemen, Success-Storys und zur NEXIpedia.
