Ein Austauschformat ist ein Dateiformat, das Informationen zwischen verschiedenen Anwendungen und Systemen austauscht. Es wird häufig von Großhändlern, Marktplätzen oder Branchenportalen angefordert. Wir erklären euch die Grundlagen einfach und verständlich.

Ein Austauschformat ist ein Dateiformat für den Informationsaustausch zwischen Anwendungen, das technisch oft auf XML (wie beim BMEcat) oder dem moderneren JSON basiert. Es dient als standardisierte Brücke, damit Sender und Empfänger Daten wie Artikelnummern oder Preise plattformunabhängig und strukturiert austauschen können. Für euch ist das besonders im Produktdatenmanagement wichtig, um Informationen in Kombination mit Klassifikationen wie ETIM oder ECLASS einfacher mit Kunden, Marktplätzen, Großhändlern, Datenpools und Co. auszutauschen. Mithilfe spezialisierter Software könnt ihr diesen Prozess automatisieren und Daten effizient in das jeweils geforderte Format transformieren.
Der Begriff „Austauschformat“ oder „Datenaustauschformat“ (engl. „exchange / interchange format“) stammt aus der EDV (elektronischen Datenverarbeitung). Gemeint ist damit ein Dateiformat, das Informationen zwischen verschiedenen Anwendungen und Betriebssystemen austauscht.
Viele Menschen nutzen die Begriffe „Datenformate“, „Dateiformate“ und „Austauschformate“ häufig synonym, obwohl es je nach Definition Unterschiede gibt. Ein Datenformat beschreibt die Struktur der Daten. Ein Dateiformat legt fest, wie Daten in einer Datei organisiert sind. Ein Austauschformat sorgt dafür, dass Daten zwischen verschiedenen Systemen kompatibel übertragen werden.
Hinweis: Redaktionelles Update im Mai 2026 (Fachlicher Stand: Februar 2026).
Auch, wenn es verschiedene Arten von Austauschformaten gibt, teilen alle bestimmte Grundeigenschaften. Eine essenzielle Eigenschaft von Austauschformaten ist, dass Sender die Daten schreiben und Empfänger sie lesen können. Die folgenden Merkmale zeigen euch Vorteile, von denen beide Datennutzer profitieren:
Austauschformate unterscheiden sich
Im Produktdatenmanagement unterscheidet ihr häufig zwischen Stammdatenaustauschformaten und vorgangsbezogenen Austauschformaten.
Stammdatenaustauschformate dienen dem Austausch grundlegender, langfristig unveränderter Daten. Dazu gehören Formate wie BMEcat, das im Elektrogroßhandel weit verbreitet ist und den standardisierten Austausch von Produktkatalogen ermöglicht. DATANORM ist ein weiteres Beispiel, das im Bau-, Sanitär-, Heizungs- und Elektrobereich sowie im Maler- und Lackiererhandwerk genutzt wird, um Produktinformationen konsistent zu übertragen.
Vorgangsbezogene Austauschformate hingegen unterstützen den Austausch dynamischer, transaktionsbezogener Daten. XRechnung standardisiert die elektronische Rechnungsstellung in Deutschland, während openTRANS den Austausch von Bestellungen und Lieferscheinen im eBusiness erleichtert.
Diese und weitere Austauschformate sorgen für den strukturierten und effizienten Austausch großer Datenmengen. Sie gewährleisten eine reibungslose Integration von Produktdaten in Geschäftsprozesse. Damit tragen sie entscheidend zum Erfolg im digitalen Handel und in der globalen Wirtschaft bei.
Austauschformate spielen eine zentrale Rolle in eurem Produktdatenmanagement (PDM) und im eBusiness. Sie ermöglichen Herstellern, Händlern und Plattformen, Produktinformationen und Transaktionsdaten automatisiert und effizient auszutauschen.
Als Unternehmen pflegt ihr Daten auf unterschiedliche Weise, etwa in PIM-Systemen (Product Information Management), ERP-Systemen oder Excel-Tabellen. Diese Vielfalt führt zu Herausforderungen beim einheitlichen Datenaustausch. Austauschformate lösen diese Probleme, indem sie Daten in eine standardisierte Form bringen, die all eure beteiligten Systeme verarbeiten können.
Im Data-Onboarding integriert ihr Produktdaten aus externen Quellen, z.B. von Lieferanten in eure Systeme. Austauschformate wie BMEcat vereinfachen auch hier euren Datenaustausch, da alle Lieferantendaten einheitlich strukturiert sind. Dadurch lassen sich die Daten schnell und leicht verarbeiten und gelangen so schnell und vollständig in eure PIM- oder ERP-Systeme. Würde es keine Austauschformate geben, wären alle Lieferantendaten sehr wahrscheinlich unterschiedlich strukturiert und müssten erst aufwendig von euch aufbereitet werden.
In der Produktdatenpflege sorgen Austauschformate und die Vorgaben dahinter, dass eure Produktinformationen (z.B. Beschreibungen, Attribute) standardisiert erfasst und pflegt.
Bei der Data-Syndication verteilt ihr eure Produktdaten an verschiedene Kanäle wie Marktplätze, eProcurement-Plattformen, Kunden oder Webshops. Auch hier unterstützen euch Austauschformate, um eure Produkte bei Großhändlern, Kunden, Plattformen und Co. automatisiert zu listen.
Im eBusiness nutzen Unternehmen Austauschformate, um Transaktionsdaten wie Rechnungen oder Lieferscheine automatisiert zu verarbeiten. Beispielsweise ermöglicht das E-Rechnung-Format XRechnung in Deutschland den fehlerfreien und automatischen Austausch von Rechnungsdaten zwischen verschiedenen Systemen.
Austauschformate strukturieren und standardisieren große Datenmengen, damit sie für alle beteiligten Systeme verständlich und nutzbar sind. Sie schaffen die Grundlage für effiziente und fehlerfreie Geschäftsprozesse im digitalen Handel.
Austauschformate und Klassifikationen sind eng miteinander verknüpft, da Klassifikationen oft über ein Austauschformat mitgegeben werden. Klassifikationen wie ETIM, ECLASS oder GPC (Global Product Classification) sorgen dafür, dass Produktdaten standardisiert und strukturiert in Kategorien eingeteilt werden, die von verschiedenen Systemen verstanden werden können.
Ein Beispiel dafür ist ein BMEcat mit ETIM-Klassifizierung. Der Datenstandard BMEcat gibt die inhaltliche Struktur für eure Daten vor – er legt zum Beispiel fest, in welches Feld die Kurzbeschreibung gehört oder wo die ETIM-Klassifikation gepflegt wird. Das technische Grundgerüst oder die „Sprache“, in der diese Daten aufgelistet sind, ist dann das Austauschformat XML. Ein ähnliches Beispiel ist ein BMEcat mit der ECLASS-Klassifikation. ECLASS ist eine weit verbreitete Klassifikation. Unternehmen setzen sie branchenübergreifend ein, um Produkte nach einheitlichen Standards zu kategorisieren. Der BMEcat sorgt auch hierbei, dass eure Klassifikationen strukturiert übermittelt werden. So können verschiedene Systeme sie korrekt interpretieren.
Mittlerweile gibt es auch ein Nachfolgeformat für den BMEcat: ETIM xChange. Dieser Standard nutzt statt XML das vergleichsweise schlanker strukturierte Austauschformat JSON. Über diesen Standard könnt ihr ebenfalls Klassifikationen übermitteln.
Diese enge Verbindung von Austauschformaten und Klassifikationen gewährleistet, dass Produktdaten nicht nur strukturiert, sondern auch korrekt kategorisiert und leicht auffindbar bleiben. Dadurch können Unternehmen ihre Daten effizienter verwalten und nahtlos in unterschiedliche Systeme integrieren.
Ihr könnt den Austausch von Produktdaten auf verschiedene Weise gestalten. Manuell lässt sich dieser Prozess zwar durchführen, er ist jedoch sehr zeitaufwändig und fehleranfällig. Eine effizientere Methode besteht darin, spezialisierte Softwarelösungen zu nutzen, die den Datenaustausch automatisieren und optimieren. Hier bieten sich insbesondere Data-Onboarding- und Data-Syndication-Lösungen an, die flexibler als individuell programmierte Schnittstellen sind. Für jeden Kanal ist eine eigene Schnittstelle erforderlich. Flexible Data-Onboarding- und Data-Syndication-Lösungen hingegen können verschiedene Formate abbilden.
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Jan ist seit 2024 bei nexoma. Dem gelernten E-Commerce-Kaufmann sind Produktdaten alles andere als fremd. Als sprachlich versierter Marketing Manager ist Jan außerdem unser Mann für viele Texte (Deutsch und Englisch) und versorgt euch unter anderem mit wissenswerten NEXIpedia- und Newsletter-Beiträgen.
